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Kommentar: Datenschutz: Alle müssen mithelfen

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Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) tritt mit einer Fülle neuer Vorschriften für den Daten- und Verbraucherschutz offiziell am 25.05.2018 in Kraft. Foto: Patrick Pleul Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) tritt mit einer Fülle neuer Vorschriften für den Daten- und Verbraucherschutz offiziell am 25.05.2018 in Kraft.

Was vor 150 Jahren die Goldsucher in Kalifornien, die mit Schaufel und Eimer durch den Klondike-River stiefelten, das sind heute die fingerfertigen Computer-Cracks, die nach Lücken in vermeintlich geschlossenen Netzwerken Ausschau halten. Im 21. Jahrhundert kräht kein Hahn mehr nach glitzernden Metallen – Daten sind das Material, mit dem Vermögen aufgebaut werden.

Und man muss ja nur mal seinen eigenen Facebook-Account betrachten: Woher wissen die bitteschön, dass ich mich mit dem Gedanken trage, das neue Buch von Frank Schätzing zu kaufen? Oder dass ich das Konzert von Brian Wilson in Berlin besuchen will? Wenn ich ehrlich bin: Ich habe keine Ahnung, wer woher was über mich weiß.

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Was ich aber weiß: Jemand kennt meine persönlichen Interessen, und jemand versucht durch klar auf mich abgestimmte Werbung eine Stange Geld zu verdienen. Für den Kauf von Büchern und Schallplatten mag das bequem sein, aber was ist, wenn ich an Krebs erkranke und mir auf meinem Dienstcomputer plötzlich entsprechende Medikamente angezeigt werden?

Richtig also, dass da jetzt von ganz oben, oder zumindest aus dem Europaparlament, eine verbindliche Regelung kommt, die in der Hauptsache klar macht: Der Umgang mit Daten ist keine Lappalie, sondern hochsensibles Terrain. Lücken im System sollen geschlossen werden, und da muss nun jeder sensibilisiert werden – und eben auch mithelfen. Anders funktioniert das nicht.

Für Firmenchefs und Vereinsführung, Feuerwehrleute und Hasenzüchter bedeutet das kurzfristig nun: VHS-Kurse besuchen und juristische Begriffe pauken, Bücher wälzen und Pflichten erkennen, die vereinseigene Internetseite in Augenschein nehmen und Listen auf Notwendigkeit prüfen, ein Vereinsmitglied zum Daten-Chef berufen und bei der Veröffentlichung von Fotos vorher mal nachfragen. Das mag aufwendig und komplex klingen. Doch irgendwann muss man mit dem Aufräumen und Sortieren, dem Verwalten und Kontrollieren ja mal beginnen.

christian.preusser@fnp.de

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