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Immer mehr Wähler über 60: Der demografische Wandel hat großen Einfluss auf die Bundestagswahl im September

Senioren ab 60 stellen bei der Bundestagswahl die größte Wählergruppe – Meinungsforscher Güllner rät Parteien aber keineswegs zu Senioren-Wahlkampf.
Erstmals bilden bei einer Bundestagswahl Menschen ab 60 die größte Wählergruppe. Das hat Auswirkungen auf die Wahlkampfstrategien. Foto: Uli Deck (dpa) Erstmals bilden bei einer Bundestagswahl Menschen ab 60 die größte Wählergruppe. Das hat Auswirkungen auf die Wahlkampfstrategien.
Berlin. 

Die Menschen ab 60 bilden bei der Bundestagswahl im September erstmals die stärkste Wählergruppe: Sie sei „durch den demografischen Wandel im Laufe der Jahre immer größer geworden“, sagte der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner. Einer Statistik der Versicherungswirtschaft zufolge sind 36,1 Prozent der Wähler über 60 Jahre alt. Während die 40- bis 59-Jährigen mit 34,7 Prozent die zweitgrößte Wählergruppe stellen, ist nicht einmal mehr jeder dritte Wähler (29,3 Prozent) unter 40, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft vor einigen Monaten herausgefunden hat.

Und nicht allein, dass die Bürger ab 60 die größte Gruppe unter den Wahlberechtigten stellen: „Generell ist die Wahlbeteiligung bei den über 60-Jährigen am höchsten“, konstatiert Güllner. Erst bei den Menschen ab 70, wenn physische Beeinträchtigungen zutage träten, ändere sich das. Sie scheuten zuweilen den Gang ins Wahllokal.

Höhere Wahlfreudigkeit

Auch die Wahlfreudigkeit der Älteren wird durch die GDV-Zahlen untermauert: Bei der Bundestagswahl 2013 gingen bei den 40- bis 59-Jährigen 64,3 Prozent zur Wahl, bei den über 60-Jährigen waren es 76,3 Prozent. Bliebe es in diesem Jahr bei dieser Wahlbeteiligung, läge der Anteil der Senioren an den tatsächlichen Wählern sogar bei 38,3 Prozent.

Von der Wahlfreudigkeit der Älteren dürfte wohl vor allem die CDU/CSU profitieren, denn sie hat mit die älteste Wählerschaft. „Die CDU hat sicher bei den Älteren noch höhere Präferenzwerte als bei den Jüngeren“, sagte Forsa-Chef Güllner.

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Die Wähler der Union sind ebenso wie die der SPD durchschnittlich 52,8 Jahre alt, wie aus einer jüngsten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht. Die Linken-Wähler sind durchschnittlich 50,1 Jahre alt, die der Grünen 48,1. Das höchste Durchschnittsalter hat die FDP mit 54,3 Jahren.

Trotz der Dominanz der Älteren rät Meinungsforscher Güllner den Parteien keineswegs zu einem „Senioren-Wahlkampf“. Denn zum einen fühlten diese sich gar nicht als Senioren. Zum anderen interessierten sie sich keineswegs nur für vermeintliche Alten-Themen wie etwa die Rente.

Angst vor Trump

Die Älteren seien „keine homogene Wählergruppe“, sondern hätten durchaus unterschiedliche Interessen – wie sie in der gesamten Gesellschaft vertreten seien, sagte der Forsa-Chef. Dazu gehörten etwa die innere Sicherheit, aber etwa auch die Angst vor US-Präsident Donald Trump oder der mangelhafte Zustand vieler Schulen in Deutschland – etwa „weil sie Enkel haben und sehen, dass die Klos nicht repariert werden“.

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