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Islamisten unter Verdacht – „Stadien nicht zu Hochsicherheitstrakten machen“: Dortmunder trotzen dem Terror

Die Solidarität mit Borussia Dortmund ist groß. Auch den Verantwortlichen und Spielern von Eintracht Frankfurt geht der Anschlag nahe. Am Samstag spielt der Bundesligist selbst in Dortmund.
Die Dortmunder Spieler liefen gestern mit T-Shirts ins Stadion ein, die den verletzten Marc Barta zeigen und die Aufschrift "Mucha Fuerza" - "Viel Kraft". Bilder > Foto: nordphoto / Rauch (imago sportfotodienst) Die Dortmunder Spieler liefen gestern mit T-Shirts ins Stadion ein, die den verletzten Marc Barta zeigen und die Aufschrift "Mucha Fuerza" - "Viel Kraft".
Frankfurt. 

Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat der Fußball-Bundesligist gestern Abend schon wieder gespielt. Die Fußballer betraten am Mittwoch kurz nach 18 Uhr zu den Klängen von Verdis Triumphmarsch aus der Oper Aida den Rasen ihres Stadions zum Spiel gegen den AS Monaco. Die Fans spendeten lauten Beifall. Und doch sagte Trainer Thomas Tuchel: „Wir hätten uns mehr Zeit gewünscht, damit umzugehen.“

Während die Dortmunder versuchten, sich nach dem Schock wieder auf den Fußball zu konzentrieren, offenbarten die Ermittler das ganze Ausmaß des heimtückischen Angriffs am Dienstagabend. Es gebe möglicherweise einen islamistischen Bezug, berichtete Frauke Köhler, Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe und sprach von einem terroristischen Hintergrund der Tat. Ein Islamist sei festgenommen. Bei ihm soll es sich um einen Iraker (25) aus Wuppertal handeln, meldete der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Polizisten durchsuchten die Wohnung eines zweiten Tatverdächtigen aus dem islamistischen Spektrum.

Mandatory Credit: Photo by SASCHA STEINBACH/EPA/REX/Shutterstock (8600539ah)
Police secure the stadium prior to the UEFA Champions League quarter final, first leg soccer match between Borussia Dortmund and AS Monaco at the Signal Iduna Park, in Dortmund, Germany, 12 April 2017. German team Borussia Dortmund's team bus was damaged by three explosions on 11 April evening, as it was on its way to the stadium ahead of the UEFA Champions League soccer match between Borussia Dortmund and AS Monaco. Borussia Dortmund's player Marc Bartra was injured and hospitalized, the match postponed to 12 April.
Security ahead of Borussia Dortmund vs. AS Monaco, Germany - 12 Apr 2017
Ein rätselhafter Anschlag Fragen und Antworten zum Bombenattentat auf den ...

Nach der Detonation von drei mit Metallstiften gespickten Sprengsätzen nahe dem BVB-Mannschaftsbus findet die Polizei drei Bekennerbriefe. Es gibt zwei Verdächtige und eine Festnahme. Doch vieles liegt im Dunkeln. Wichtige Fragen und Antworten zum Fall.

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Bei dem Sprengstoffanschlag mit zwei Verletzten bohrte sich auch ein Metallstift in die Kopfstütze eines Sitzes im Mannschaftsbus des Bundesligisten. „Wir können daher von Glück sagen, dass nichts Schlimmeres passiert ist“, sagte Köhler.

Bei dem Anschlag wurden der Innenverteidiger Marc Bartra und ein Polizist verletzt. Bartra musste nach einem Bruch des rechten Handgelenks operiert werden. Der auf einem Begleitmotorrad neben dem Bus fahrende Polizist erlitt ein Knalltrauma und einen Schock.

Kurz nach der Abfahrt der Mannschaft von Dortmund vom Hotel zum Stadion sind in der Nähe des Mannschaftsbusses drei Sprengsätze explodiert.
Kommentar: Innehalten ist nicht vorgesehen

Paris, Brüssel, Nizza, Berlin, London, Stockholm, Dortmund: Die Liste der Schreckensorte wird immer länger, die Abstände zwischen den grauenhaften Taten werden immer kürzer.

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Nach dem Anschlag erfuhren die Dortmunder viel Solidarität. Axel Hellmann, Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt, sagte: „Es ist ein Angriff auf die Integrität und Freizügigkeit des Fußballs, der nicht nur Borussia Dortmund, sondern die ganze Fußballfamilie und alle Vereine betrifft.“

Die Frankfurter Eintracht wird am kommenden Samstag selbst in Dortmund sein und gegen den BVB spielen. Hellmann kündigte zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen an, ohne dabei ins Detail gehen zu wollen.

Neue Routen für Busse?

In der Regel ist es so, dass die Mannschaften aus der ersten Fußball-Bundesliga vor Heimspielen immer im gleichen Hotel übernachten und dann mit dem Bus auf immer der gleichen Strecke zum Stadion fahren. Zu der Diskussion, ob künftig die Routen geändert werden müssen: „Es hat sich in der Vergangenheit herausgestellt, dass der Anfahrtsweg, den wir nehmen, die sicherste Variante ist um am leichtesten beherrschbar ist.“ Hellmann fügte hinzu: „Es wäre völlig falsch, alles dem Thema Sicherheit unterzuordnen. Dann hätten wir nicht nur Stadien als Hochsicherheitstrakt, sondern auch Geschäftsstellen, Trainingsplätze und Anfahrtswege. Dann müsste man mit einem Panzer zum Auswärtsspiel fahren.“

HANDOUT - BVB-Fan Stefan Kilmer (M) macht am 11.04.2017 in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) in seinem Esszimmer nach der Absage des Champions-League-Spiels Borussia Dortmund - AS Monaco ein Selfie mit BVB- und Monaco-Anhängern zusammen. AS Monaco haben Dortmunder unter #bedforawayfans Schlafplätze angeboten und Anhänger des AS Monaco beherbergt. In der Nacht wurden in den sozialen Netzwerken Fotos von BVB- und Monaco-Fans gepostet, die gemeinsam am Tisch saßen und aßen. (zu dpa «Solidarität im Internet - Monaco will Fans finanziell unterstützen» vom 12.04.2017 - ACHTUNG: Nutzung nur zu redaktionellen Zwecken im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und vollständiger Nennung der Quelle Foto: Foto: Stefan Kilmer/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Fußballfan Stefan Kilmer ist über Nacht zur Internetberühmtheit geworden. Der Dortmunder hatte spontan nach dem Angriff auf den BVB-Mannschaftsbus und der Verschiebung des Champions-League-Spiels

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Manfred Füllhardt, Sprecher der Frankfurter Polizei, sagte: „Solange wir nichts über Hintergründe der Tat wissen, ist es zu früh, um Maßnahmen zu treffen.“

Die Mannschaftsbusse der Fußballer sind nicht besser gesichert als andere Busse. Ein Sprecher des Herstellers MAN sagte: „Diese Bundesliga-Mannschaftsbusse entsprechen im Wesentlichen den Sicherheitsstandards moderner Reisebusse.“ Panzerglas könne man deshalb nicht einbauen, weil dann ein Fluchtweg versperrt wäre.

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