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„Ein Tag der Freude, den wir gemeinsam feiern“

SPD-Wahlmann Claus Wisser Foto: Michael Faust SPD-Wahlmann Claus Wisser
Berlin. 

Der Frankfurter Unternehmer Claus Wisser war hautnah dabei, als Frank-Walter Steinmeier gestern zum zwölften Präsidenten der Bundesrepublik gewählt wurde. Denn der Gründer der Wisag GmbH war einer von 1260 Politikern und Prominenten, die im Reichstag zusammenkamen, um über den Nachfolger von Joachim Gauck abzustimmen.

Durch die bunte Mischung aus Schauspielern, Wissenschaftlern, Spitzenpolitikern und sonstigen Prominenten entstehe „eine ganz eigene Stimmung, die einen an die geschichtsträchtige Versammlung in der Frankfurter Paulskirche erinnert“, beschreibt Wisser die Atmosphäre in der Bundesversammlung.

Für Wisser, der von der hessischen SPD zum Wahlmann ernannt wurde, begann die Präsidentenkür bereits am Samstag. Bei einer Fraktionssitzung seien die SPD-Wahlleute neben Frank-Walter Steinmeier von Martin Schulz, Sigmar Gabriel und Thomas Oppermann begrüßt worden. „Ich selbst wurde als Unternehmer vorgestellt, was mich etwas verlegen gemacht hat“, berichtet der 74-Jährige.

Die Präsidentenkür selbst habe aufgrund der absehbaren Mehrheit für Steinmeier nicht lange gedauert. Lediglich die einführende Rede von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sei etwas zu lang geraten. „Mit seiner Rede wollte er wohl deutlich machen, dass er selbst ein guter Präsident geworden wäre“, sagt Wisser. Danach wurden die Wahlmänner in alphabetischer Reihenfolge aufgerufen und mit Wahlscheinen versorgt. „Nach der Abstimmung sitzt man etwas herum oder flaniert durch den Saal und unterhält sich mit den anderen“, erklärt Claus Wisser das Prozedere. Direkt neben ihm habe der frühere Wirtschaftsminister Werner Müller gesessen. Der inzwischen parteilose Politiker ist mittlerweile Vorsitzender der RAG-Stiftung.

Für Claus Wisser war es bereits die zweite Präsidentenkür, an der er beteiligt war. Schon 1999, als die Bundesversammlung Johannes Rau zum achten Bundespräsidenten kürte, stimmte Wisser mit. „Ich hatte Glück, weil ich jedes Mal als Sozialdemokrat einen Genossen wählen durfte“, sagt der Unternehmer. Frank-Walter Steinmeier schätzt Wisser als einen Menschen ein, „der nicht spaltet, sondern verbindet“. Mit seinem diplomatischen Geschick sei der frühere Außenminister die ideale Wahl für das Amt des Bundespräsidenten.

Den Abend in Berlin verbrachte der Frankfurter mit Freunden. Denn die Wahl Steinmeiers war für ihn „ein Tag der Freude, den wir gemeinsam feiern“ wollten.

(mov)
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