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Reaktionen auf Helmut Schmidts Tod: „Einer, der zu seinem Wort stand“

Aus aller Welt, von Parteifreunden der SPD oder Größen der nationalen Politik, aber auch vom einfachen Menschen von nebenan kommen die Beileidsbekundungen und Würdigungen für den am Dienstag gestorbenen Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt. Wir dokumentieren das Echo auf einen Mann, der Spuren hinterlässt und der vielen Menschen viel bedeutet hat.
Vor Helmut Schmidts Wohnhaus in Hamburg-Langenhorn zünden die Menschen Kerzen an und legen Rosen nieder. Sie gedenken des Gestorbenen auch mit persönlichen Briefen und kleinen Andenken. Bilder > Foto: Oliver Hardt (AFP) Vor Helmut Schmidts Wohnhaus in Hamburg-Langenhorn zünden die Menschen Kerzen an und legen Rosen nieder. Sie gedenken des Gestorbenen auch mit persönlichen Briefen und kleinen Andenken.

„Wie sehr ein Redner wie er der deutschen Öffentlichkeit fehlen wird, zeigt die lieblose Phrasenhaftigkeit in den Nachrufen der Kanzlerin, des Bundespräsidenten und weiterer Politiker, die zu zitieren kaum lohnt und die angesichts eines Mannes, dem in seinen letzten Lebensjahren so viel demonstrative Bewunderung entgegengebracht wurde, beinahe bestürzend wirkt.“

„Basler Zeitung“ (Schweiz)

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„Mit ihm geht ein großer Kapitän, der auch für Europa Wege weisen konnte.“

Udo Bullmann, SPD-Abgeordneter im Europaparlament

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„Für Sinti und Roma in Deutschland und in Europa ist Helmut Schmidt der Bundeskanzler, der nach Jahrzehnten der Leugnung und Verdrängung die Opfer des Völkermordes anerkannte und damit die Aufarbeitung dieses Teils deutscher Geschichte begann.“

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats der Sinti und Roma

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„Helmut Schmidt war einer der Gründer Europas und der französisch-deutschen Partnerschaft. Lassen wir diesen Ehrgeiz wieder aufleben und führen wir den europäischen Traum fort!“

Emmanuel Macron, französischer Wirtschaftsminister

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„Er war ein Intellektueller mit einer gewissen Verachtung für Intellektuelle“ Klaus von Dohnanyi (SPD) , Erster Bürgermeister a.D. von Hamburg und Freund Schmidts

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„Die geistige Größe des Helmut Schmidt lässt sich besonders auch feststellen am Fehlen der altersüblichen mentalen Inkontinenz. Egal welcher Journalist ihn interviewte, keiner konnte ihm persönliche Geheimnisse entlocken, die er besser für sich behalten wollte. Er war bis zum Ende geistig souverän und damit großes Vorbild für die Kultur eines Alterns in Würde.“

Franz Freund, Leser (Oberursel)

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„Er war ein Mann, der zu seinem Wort stand.“ Anita Sommerfeld. Nachbarin Schmidts aus Hamburg

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„Wir trauern um einen der bedeutendsten deutschen Politiker der Nachkriegszeit. Helmut Schmidt wird uns allen als ein Mensch in Erinnerung bleiben, der in seltener Einheit ein Mann der Tat, des klaren Gedankens und des offenen Wortes war. Er hat sich um unser Land verdient gemacht.“

Joachim Gauck,

Bundespräsident

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„Ein wirklich großer Patriot, ein großer Europäer und ein großer Sozialdemokrat ist gestorben. Ich glaube, dass sein Vermächtnis Europa ist.“ Sigmar Gabriel, Vize-Kanzler, SPD-Vorsitzender

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„Helmut Schmidt erkannte das Machbare und handelte entschlossen. Er bezeichnete Vernunft und Gewissen als die wichtigsten Elemente politischer Entscheidung. Bis zuletzt blies er – stets auf unabhängiges Denken bedacht – dem Zeitgeist widerborstig den Rauch seiner Zigaretten ins Gesicht.“

„Salzburger Nachrichten“

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„Wir verneigen uns vor einem Bundeskanzler, der dem Glauben und der Religion mit Sympathie und Respekt begegnete. Wir sind dankbar für einen großen Staatsmann und werden an den Verstorbenen und seine Familienangehörigen im Gebet denken.“

Kardinal Reinhard Marx für die Deutsche Bischofskonferenz

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„Helmut Schmidt gehörte 65 Jahre lang zum Inventar der Republik. Ein gediegenes Stück Deutschland, nicht immer bequem, aber unübersehbar!“ Peter Altmaier (CDU), Kanzleramtsminister

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Sie müssen nicht für Helmut Schmidt beten. Beten Sie lieber für einen Kiosk im Himmel, welcher Reyno Menthol und Schnupftabak führt. Harald Schmidt, Entertainer

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„Ich verneige mich vor der Lebensleistung von Helmut Schmidt, einem Hanseaten, der Bayern in Sympathie verbunden war.“ Horst Seehofer, CSU-Vorsitzender

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Uns wird Schmidt mit dem Beginn der Einführung des Krankenkassen-Beitrags für Rentner und als derjenige in Erinnerung verbleiben, der durch seine Innen-und Außenpolitik das Aufkommen der Grünen befördert hat, was auf lange Sicht die SPD ihren Status als Volkspartei kostete. Auch die Zahl der Arbeitslosen ging hoch, und manche soziale Verbesserung wurde gestoppt oder gekürzt.

Heinz Abraham, Leser aus Oberhöchstadt

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„Keiner konnte die Pause als rhetorisches Mittel einsetzen wie er. Nun schweigt er für immer. Hätte ihm so gerne weiter zugehört.“

Daniel Mack, ehemaliger Grünen-MdL in Hessen

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„Wir trauern um Helmut Schmidt. Wir verlieren einen großen Staatsmann und standfesten Sozialdemokraten. Seine klare Stimme wird fehlen.

Hannelore Kraft (SPD), Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen

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„Er war eine feste, sichere Stimme in einer Zeit der Ungewissheit. Seine Arbeit half, unsere gemeinsame Vision vom Aufbau eines friedlichen und demokratischen Europas voranzutreiben.“

Das Weiße Haus, Washington

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„Eigentlich gab es nichts, worüber man mit ihm nicht sprechen konnte. Und zu den eigenen Schwächen pflegte er, besonders im Alter, ein anglo-hanseatisches Verhältnis – schön selbstironisch.“

Giovanni di Lorenzo , Chefredakteur der „Zeit“

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„Er war eine herausragende Persönlichkeit Nachkriegsdeutschlands und für die europäische und globale Politik“ Wladimir Putin, Russischer Präsident

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„Ich rauch’ jetzt eine für Helmut Schmidt!!! Rest in Peace.“

Sido, Rapper

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„Er war ein Mann, der bis zum letzten Atemzug Stellung bezogen hat, vor allem, um den Deutschen zu sagen, welche Rolle sie zu spielen haben.“ François Hollande, französischer Präsident

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„Von allen französisch-deutschen Paaren war das des ehemaligen Kanzlers mit dem früheren Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing das aufrichtigste.“

„Le Monde“ (Frankreich)

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„Ich habe einen Freund verloren und die Welt einen scharfsinnigen Anführer. Als wir beide das Amt verlassen hatten, genossen wir es, uns über viele Themen zu beraten und wurden gute Kollegen.“

Jimmy Carter, US-Präsident a.D.

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„Es gab keinen anderen Staatsmann, dem ich mehr vertraute als Helmut – und wenige, in die ich so viel Vertrauen setzte wie in ihn.“

Henry Kissinger, US-Außenminister a.D.

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„Schmidt war ein langjähriger Kämpfer für die Demokratie in Europa und der ganzen Welt. Er war ein weiser Politiker und hervorragender Diplomat.“

Algirdas Butkevicius, Ministerpräsident von Litauen

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„Im Schlechten wie im Guten, im Kritischen und auch Widersprüchlichen war die Person Helmut Schmidt so etwas wie die Verkörperung der neueren deutschen Geschichte.“ Deutschlandfunk

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„Schmidt ist sich immer treu geblieben und hat sich nie bei Freund oder Feind angebiedert, auch nicht beim Zeitgeist. Er war im positiven Sinne unangepasst. Menschen mit Überzeugungen, die zu diesen Positionen stehen, selbst wenn das für sie nachteilig ist, sind in der Politik selten geworden.“ „General-Anzeiger Bonn“

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„Helmut Schmidt wird seine Stimme nicht mehr erheben. Dass sich sein politisches Erbe dennoch nicht wie der Dunst seiner Mentholzigaretten in Luft auflösen wird, bleibt zu hoffen. Dafür waren seine Ratschläge zu wertvoll, seine Kenntnisse (...) zu tief und seine Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge frühzeitig zu erkennen, zu ausgeprägt. Nürnberger Nachrichten

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„Nicht nur die SPD, fast die gesamte Nation saß ihm zu Füßen, wenn er über Gott und die Welt sinnierte und dabei an den nachgeborenen Politikern selten ein gutes Haar ließ. Da wurde einem schmerzhaft bewusst, was verloren geht, wenn Politik tatsächlich nur noch gemanagt wird.“ Badische Zeitung

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„Helmut Schmidt war vielleicht nicht der beste Bundeskanzler. Aber er war der beste Kanzler a.D., den die Deutschen je hatten. Ein Mahner, Patriarch und Welterklärer. Eine Jahrhundertfigur. Seine Stimme, sein Sarkasmus, seine Weisheit, seine Würde, sie werden uns fehlen.“ „Eßlinger Zeitung“

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„Der Morgen ist stiller als sonst. Ich sehe die Bilder von Helmut Schmidt in den Nachrufen und spüre die Leere, die mit seinem Tod entsteht.“ Thorsten Schäfer-Gümbel , SPD-Vorsitzender Hessen

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„Angesichts der Flüchtlingskrise, der inkohärenten Politik der Kanzlerin Angela Merkel und der verzagt agierenden SPD erschien Schmidt für viele Deutsche erst recht als eine leuchtende Figur. Dieser Gegensatz schwang auch in der Reaktion von Finanzminister Wolfgang Schäuble mit: Schmidt habe Politik kraftvoll gestaltet – gerade auch in Krisenzeiten.“

„Neue Zürcher Zeitung“ (CH)

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„Auf dem Höhepunkt seines Erfolges galt Schmidt als „Weltökonom“, der den weniger kompetenten Kollegen, auch wenn sie mächtigeren Staaten vorstanden, regelrechte Vorlesungen über Volkswirtschaft und Militärstrategie zu halten pflegte. Tatsächlich war Schmidt als studierter Nationalökonom der für sein Amt am besten ausgebildete Regierungschef, den Deutschland jemals hatte.“ „Tages-Anzeiger“ (CH)

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„Der Mann, der die anderen Europäer „zum Teufel“ geschickt hat, weil sie zunächst Griechenland in der Finanzkrise nicht helfen wollten, ist gestorben. „Ta Nea“ (GR)

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„Deutschland und Europa haben einen der großformatigsten Politiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verloren. Einen Sozialdemokraten, einen echten Staatsmann, den man in der Bundesrepublik als den „Weisen der deutschen Politik“ betrachtete.“ „Nepszabadsag“ (Ungarn)

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„Als Kanzler wurde er zu einem Symbol Westdeutschlands, das für uns in der sozialistischen Tschechoslowakei die Verkörperung aller unserer Sehnsüchte war.“

„Lidove noviny“ (Tschechien)

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