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Sportpolitik: Eintracht-Funktionäre kritisieren AfD schon länger

Mit seiner Kritik an AfD-Wählern hat Eintracht-Präsident Peter Fischer für Wirbel gesorgt. Seine Präsidiumskollegen wollen sich vor der Mitgliederversammlung nicht mehr äußern. Aber Fischer ist nicht der erste prominente AfD-Kritiker bei der Eintracht.
Axel Hellman Foto: Christian Klein ( FotoKlein) Axel Hellman
Frankfurt. 

Die Präsidiumsmitglieder von Eintracht Frankfurt wollen sich zu den AfD-kritischen Aussagen ihres Präsidenten Peter Fischer nicht mehr äußern. Fischer werde „alle weiteren Informationen zu den zukünftigen Zielen des Vereins sowie die Stellungnahme zu seinem Statement“ erst bei der Mitgliederversammlung des Vereins am 28. Januar vortragen, hieß es am Dienstag aus der Geschäftsstelle. Ende Januar steht die Wahl eines neuen Präsidenten an, Fischer will kandidieren. Auch andere Mitglieder des Präsidiums würden sich vor der Mitgliederversammlung über das Bisherige hinaus nicht mehr äußern, hieß es am Dienstag weiter.

Fischer hatte vor einer Woche in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ mit Blick auf die AfD erklärt, es könne niemand Eintracht-Mitglied sein, „der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt“. Im „Hessischen Rundfunk“ sagte er: „Es gibt für die braune Brut keinen Platz. Solange ich da bin, wird es keine Nazis bei Eintracht Frankfurt geben.“

Seitdem diskutieren Fans, Mitglieder und andere heftig über Fischers Äußerungen. Die „Bild“-Zeitung zitierte den Eintracht-Vizepräsidenten und Geschäftsführer Dieter Burkert am Dienstag mit Blick auf den E-Mail-Eingang der Geschäftsstelle: „Unsere Kanäle sind zugemüllt. Hunderte von Schmutz-E-Mails, wie die AfD das halt in ähnlichen Fällen so gemacht hat.“

In den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook äußert sich die Eintracht nicht zu der Anti-AfD-Positionierung ihres Präsidenten. Dennoch nutzten Befürworter und Gegner Fischers die Plattform bei Facebook für ihre Meinungsäußerungen. Auf analoge Diskussionen setzt Stephan von Ploetz vom Frankfurter Fanprojekt. Alles Wichtige müsse persönlich verhandelt werden, sagte er dieser Zeitung. Und da es derzeit wegen der Winterpause keine Treffen der Fans gebe, wolle er sich zu Diskussionen in der Fan-Szene nicht äußern.

Trotz aller aktueller Aufregung ist Präsident Fischer nicht der erste Eintracht-Funktionär, der sich gegen die AfD ausgesprochen hat. Bei der letzten Jahreshauptversammlung Ende Januar 2017 hatte einer der drei Vorstände der Eintracht Frankfurt AG, Alex Hellmann, bereits vor der AfD gewarnt. Und kurz vor Weihnachten, einige Tage vor Fischers Zeitungsinterview, sagte Hellmann im Eintrachtfans-TV unter Verweis auf antisemitische Äußerungen aus der AfD: „Deswegen ist es für mich völlig unverständlich, wie jemand Mitglied bei Eintracht Frankfurt sein kann, die Satzung ernst nimmt und dann die AfD wählt. Wird es auch einige geben, aber das ist mir schlichtweg unverständlich.“

In den Diskussionen im Netz geht es auch um die Frage, wie der Sportverein mit seinen rund 48 000 Mitgliedern überhaupt AfD-Wähler ausfindig machen will und ob er sie ausschließen darf.

Ausschluss erlaubt

Eine Gesinnungsprüfung gebe es nicht, sagte Burkert der „Bild“-Zeitung. Er verwies auf die Satzung, wonach das Präsidium über die Aufnahme entscheidet. Die Ablehnung eines Aufnahmeantrags bedarf laut Satzung „keiner Begründung“. Ein Ausschluss eines Mitglieds ist nur möglich bei „vereinsschädigendem Verhalten besonderer Schwere, insbesondere bei Fällen von Diskriminierung, Rassismus und Gewalt“. Ein Mitglied sei bereits wegen rechtsradikaler Parolen im Internet rausgeworfen worden, sagte Burkert.

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