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Vorstellung der Kandidaten: Entscheidung im EU-Parlament: Wer wird Nachfolger von Martin Schulz?

Sieben Kandidaten wollen am Dienstag zum neuen Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt werden. Doch wer sind die aussichtsreichsten Bewerber und wofür stehen sie?
<span></span> Bilder > Foto: Paco Campos (EFE)
Brüssel. 

Normalerweise gehen die Präsidentschaftswahlen im Europäischen Parlament zur Halbzeit der Legislaturperiode unspektakulär über die Bühne. Das lag vor allem daran, dass es eigentlich immer einen Hinterzimmer-Deal gegeben hat – eine Vereinbarung, die hinter geschlossenen Türen getroffen wurde und mit der sich eine Fraktion mit Unterstützung anderer die nötige Mehrheit sichert.

Doch dieses Mal ist alles anders. Sieben Kandidaten treten an – und alle betonen, dass keinerlei Absprachen vorab zum Wahltag am Dienstag in Straßburg getroffen worden seien. Umso spannender wird, wer das Rennen für sich entscheiden wird. Aber wer tritt eigentlich an?

Der gebürtige Römer hat Rechtswissenschaften studiert und leitete einmal die Hauptstadtredaktion einer italienischen Tageszeitung, bevor er 1994 den Weg ins Europäische Parlament fand. Dort wurde der Europaabgeordnete der konservativen Partei Forza Italia, die er selbst mitbegründete, praktisch zum Urgestein, bis er 2008 in die EU-Kommission wechselte. In der Behörde war er unter Präsident José Manuel Barroso zunächst für Verkehr, später für Industrie und Unternehmen zuständig. Bei den letzten Europawahlen 2014 kehrte Tajani schließlich ins Parlament zurück.

Dort hat er seit 2002 den Vizevorsitz seiner Fraktion, der Europäischen Volkspartei (EVP) unter Führung von Manfred Weber (CSU) inne, zudem ist er Vizepräsident des Parlaments. Dass der 63-Jährige nun kandidiert, scheint nur logisch. Doch dem Italiener haftet die Abgasaffäre an, von deren Mitwissenschaft er sich vor dem Untersuchungsausschuss des Parlaments nicht völlig freizusprechen wusste.

Noch ein Italiener: Der Mediziner fing klein an – im Gemeinderat seines Geburtsorts Lauria in der süditalienischen Provinz Potenza. Sein politischer Weg führte über die sozialistische Partei in die Partito Democratico, der er bis heute angehört.

Seit 1999 sitzt der Sohn eines ehemaligen Senators im Europäischen Parlament, wo er auch bereits das Amt des Vizepräsidenten innehatte. Als Martin Schulz als Präsident wiedergewählt wurde, übernahm Pittella den Parteivorstand. Zum Präsidentschaftskandidaten machte er sich per Akklamation – und zwar eine Woche vor der Wahl des Fraktionsvorsitzenden.

Die flämische Belgierin ist erst seit 2014 im Europäischen Parlament. Dennoch strebt die Vizepräsidentin der drittgrößten Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR), der die britischen Tories und die in Polen regierende nationalkonservative PiS angehören, das höchste Amt in der Volksvertretung an. Dabei fehlt es der Juristin im Vergleich zu den anderen Kandidaten an politischer Erfahrung: Vor ihrer Zeit in Brüssel war sie mit Unterbrechungen seit 2007 im belgischen Senat für die Neu-Flämische Allianz (NVA), der auch Innenminister Jan Jambon angehört und die für die Unabhängigkeit Flanderns von Belgien kämpft. Stevens war die erste Gehörlose Belgiens, die ein Jurastudium abschloss.

Noch ein flämischer Belgier, noch ein Anwalt: Der Vorsitzende der Liberalen (ALDE), bekannt für seine bisweilen unverblümten Reden im Parlament, dem er seit 2009 angehört, hatte sich auf ein gefährliches Spiel eingelassen. Nach seiner geplatzten Liaison mit der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung des italienischen Komödianten Beppe Grillo, gegen die sich der Fraktionsvorstand aussprach, gelten Verhofstadts Chancen nicht mehr als allzu groß. Aber: Ein Abkommen zwischen den Sozial- und Christdemokraten (EVP) von 2014 hatte einen Wechsel vorgesehen, nach dem ein Kandidat der EVP nun das Amt übernehmen sollte. Doch die große Koalition gilt als geplatzt, seit Pittella überraschend seine Kandidatur verkündete.

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