Ex-Diktator Taylor weist alle Vorwürfe zurück

Der in Den Haag vor Gericht stehende liberianische Diktator Charles Taylor leugnet die ihm zur Last gelegten Kriegsverbrechen. Vielmehr habe er versucht, in Sierra Leone für Frieden zu sorgen.
versenden drucken
Den Haag. 

Vor dem Kriegsverbrecher-Tribunal für Sierra Leone hat der Hauptangeklagte, Ex-Diktator Charles Taylor, am Mittwoch alle Vorwürfe zurückgewiesen. In seiner letzten Stellungnahme vor der Festlegung des Strafmaßes stellte sich der 64-jährige frühere Präsident Liberias als Opfer einer von den USA angeführten politischen Intrige des Westens dar.

Er habe keine der ihm zur Last gelegten Kriegsverbrechen begangen, sondern vielmehr versucht, während des Bürgerkriegs in seinem Nachbarland Sierra Leone Frieden zu stiften. Taylor warf der internationalen Justiz vor, Konflikte in Afrika aus einer rein westlichen Perspektive zu beurteilen und zudem mit zweierlei Maß zu messen. So sei der frühere US-Präsident George W. Bush für Folter und den Tod vieler Zivilisten während des Irak-Krieges verantwortlich, ohne dass ihn jemand dafür vor Gericht stelle.

Zuvor forderte Staatsanwältin Brenda Hollis erneut eine strenge Bestrafung Taylors. Sie hatte insgesamt 80 Jahre Haft verlangt, nachdem der Sondergerichtshof für Sierra Leone Taylor am 26. April in allen elf Anklagepunkten der Mitverantwortung an schweren Verbrechen für schuldig befunden hatte - darunter zahlreiche Morde, Folterungen und Vergewaltigungen. Taylor hatte in Sierra Leone Rebellen mit Waffen beliefert, für die er sich mit Diamanten bezahlen ließ. Das Strafmaß soll am 30. Mai verkündet werden.

(dpa)
versenden drucken
Jetzt kommentieren

Nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
E-Mail:
Kundennummer:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Wieviel ist 20 + 2: 



Videos

MEHR AUS Politik

Hartz IV: «Es ist explizit nicht Ziel der Änderungen, den Leistungsbezug restriktiver (härter) zu gestalten.» Foto: Jens Büttner
Arbeitsministerium will Hartz-IV-Regeln vereinfachen

Berlin. Das Bundesarbeitsministerium will die Sanktionsregeln für Hartz-IV-Empfänger überprüfen. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Bund und ... mehr

clearing
Der Supreme Court entschied gegen die Befürworter der sogenannten «affirmative action». Foto: Michael Reynolds/Archiv
Gesetz gegen Minderheitenförderung in den USA bleibt bestehen

Washington. Das Oberste US-Gericht hat Unterstützern der Förderung von Minderheiten an Universitäten eine Niederlage beschert. mehr

clearing
clearing

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv Themen Mediadaten Kontakt Impressum Datenschutz AGB

© 2014 Frankfurter Neue Presse