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Streit: Experte hält AfD-Kritik des Eintracht-Vorsitzenden für legitim

Von Hat sich der Eintracht-Präsident mit seiner Breitseite gegen die AfD mutig positioniert oder in unzulässiger Weise politisch eingemischt? Darüber ist ein Streit entbrannt. Ein Wissenschaftler verteidigt Peter Fischer – zumindest teilweise.
Eintracht-Chef Fischer hat nun eine Strafanzeige der AfD am Hals. Foto: Andreas Arnold (dpa) Eintracht-Chef Fischer hat nun eine Strafanzeige der AfD am Hals.
Frankfurt/Hamburg. 

Mutig, aber gewagt nennt Nils Zurawski, Sozialwissenschaftler an der Uni Hamburg, die Äußerung von Peter Fischer zur AfD. Dieser hatte gesagt, dass er keine AfD-Wähler in den Reihen von Eintracht Frankfurt haben möchte. Wissenschaftler Zurawski sagt im Interview mit dieser Zeitung, ein Vereinspräsident könne sich grundsätzlich in dieser Weise äußern. Denn die AfD sei ein Symbol für „salonfähig werdende rechtsradikale Tendenzen“.

Generell billigt Zurawski den Sportvereinen das Recht zu, sich politisch einzumischen. „Vereine sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft“, sagt der Wissenschaftler. Dennoch sieht es Zurawski auch als problematisch an, wenn AfD-Anhänger ausgegrenzt werden. Es könne sein, dass nicht jeder im Verein die Äußerung Fischers billige. Und das Eintracht-Publikum auf den Stadionrängen sei ein Spiegelbild der Gesellschaft mit entsprechendem AfD-Wähleranteil. Vielleicht sei es besser, sich argumentativ mit der Partei auseinanderzusetzen, als sie zu ächten.

Auch die Reaktionen in den vergangenen Tagen zeigen, dass viele Fischers Vorstoß ablehnen. So wird die Eintracht-Geschäftsstelle vor allem mit kritischen E-Mails zugeschüttet.

Die hessische AfD geht unterdessen juristisch gegen den Eintracht-Chef vor. „Wir haben Strafanzeige gegen Peter Fischer wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gestellt“, teilten die beiden Landessprecher der Partei gestern mit.

Fans von Eintracht Frankfurt schwenken im Stadion Fahnen und halten Schals hoch.
Interview Sozialwissenschaftler über den Konflikt zwischen ...

Mit seinem verbalen Rundumschlag gegen AfD-Anhänger hat der Präsident der Frankfurter Eintracht, Peter Fischer, eine Menge Staub aufgewirbelt. Klaus Späne sprach mit Sozialwissenschaftler Nils Zurawski über politische Einmischung, die Glaubwürdigkeit des Sports und die Rolle von Vereinen.

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