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FNP-Renten-Serie: Experte über Rente: Informieren Sie sich!

Von Wer mehr über seine künftige Rente wissen möchte, ist gut beraten, wenn er seine Renteninformationen genau studiert. Einmal im Jahr wird diese von der Rentenversicherung verschickt. Was dabei wichtig ist, weiß unser Experte Stefan Rohe.
Berater Stefan Rohe Foto: Salome Roessler Berater Stefan Rohe
Frankfurt.  Wenn sich jemand mit der gesetzlichen Rente auskennt, dann ist das Stefan Rohe. Auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil hat der stellvertretende Leiter der Auskunfts- und Beratungstelle der Deutschen Rentenversicherung Hessen sein Domizil.

„Die Altersgruppen und die Anliegen der Kunden sind vielfältig“, sagt Rohe. Bei dem einen ist die Rente „relativ nah“, und er will wissen, wie hoch seine Rentenzahlungen sind. Wieder andere sind jung und stehen am Beginn ihrer beruflichen Karriere. Auch sie möchten wissen, wie am Ende ihres Berufslebens „die Rente aussieht“. Wen das auch interessiert, der sollte einmal einen sorgfältigen Blick in seine Renteninformation werfen, die einmal im Jahr von der Rentenversicherung an ihre „Kunden“ – Angestellte und Arbeiter – verschickt wird. Wer diese genau bekommt, weiß Rohe. „Versicherte erhalten ab dem vollendeten 27. Lebensjahr jährlich automatisch eine schriftliche Renteninformation, wenn sie die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren erfüllt haben“, so der Rentenexperte.

Lage besser einschätzen

Durch diese regelmäßige Information über schon bestehende Rentenansprüche und über solche, die zu erwarten sind, besteht nach Angaben von Berater Rohe schon in jungen Jahren die Möglichkeit, „die Notwendigkeit und den Umfang einer ergänzenden Altersvorsorge besser einschätzen zu können".

 

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Doch nicht nur die künftige Altersrente ist der Renteninformation zu entnehmen, auch die Höhe der finanziellen Absicherung durch die Rentenversicherung, wenn man aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, wird dargestellt.

In der Renteninformation, so Rohe weiter, wird der Zeitpunkt ausgewiesen, ab dem die Altersrente nach Erreichen der Regelaltersgrenze in Anspruch genommen werden kann. „Diese Grenze wird seit 2012 stufenweise von 65 auf 67 Jahre angehoben“, erläutert der Rentenexperte. Was die Renteninformation aber nicht enthält sind Aussagen, inwieweit und gegebenenfalls ab wann es möglich ist, eine Altersrente auch vorzeitig in Anspruch nehmen zu können. „Diese Angaben können der umfangreicheren Rentenauskunft entnommen werden, die ab dem vollendeten 55. Lebensjahr alle drei Jahre anstelle der Renteninformation zugesendet wird“, sagt Rohe. Natürlich kann diese Rentenauskunft „bei Bedarf“ jederzeit – unabhängig vom Lebensalter – bei der Rentenversicherung angefordert werden.

Aber eine Sache solle jedem bewusst sein. Bei den ausgewiesenen Rentenhöhen auf dem Informationsblatt der Rentenversicherung handelt es sich um Bruttobeträge. „Abhängig von der Art der Krankenversicherung sind von der Rente Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zu zahlen. Gegebenenfalls sind von der Rente auch Steuern zu zahlen.“ Und die Höhe der zu zahlenden Steuern für die Renteneinkünfte richtet sich dann nach dem Kalenderjahr des Rentenbeginns. Hier gilt: Je später die Rente beginnt, desto höher ist der zu versteuernde Anteil der Rente. Hinzu kommt noch, dass das individuell verfügbare Einkommen – hierzu gehören zum Beispiel Rente, Betriebsrente und weitere Einkünfte – letztlich bestimmen, inwieweit und in welcher Höhe Steuern zu zahlen sind.

Info Das bleibt den Rentnern netto übrig

Rentner erhalten Bruttobezüge. Das heißt, Rentner zahlen, je nach Höhe ihrer Einkünfte, auch Steuern und Krankenkassenbeiträge.

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Auf dem Renteninformationsblatt findet sich auch eine Zahl zur „Erwerbsminderung“. Vorsicht ist auch dort angesagt: Hier ist die volle Erwerbsminderung gemeint, und diese bekommen nur wenige zuerkannt. Laut Sozialgesetzbuch muss jemand so stark beeinträchtigt sein, dass er für weniger als drei Stunden am Tag einer Beschäftigung nachgehen kann. Mit dem bisherigen Beruf muss das nichts zu tun haben. Wer maximal sechs Stunden arbeiten kann, erhält die Hälfte des genannten Betrages – und das ist in der Regel nicht viel.

Bei der „Regelaltersrente“ auf dem Informationsblatt gilt: Bei ihrer Berechnung werden fiktive künftige Verdienste berücksichtigt und zwar in Höhe des Durchschnitts der letzten fünf Kalenderjahre. „Zukünftige Veränderungen des Verdienstes und etwaige Rentenanpassungen werden nicht berücksichtigt“, so Berater Rohe. Aus der Renteninformation ist darüber hinaus zu erfahren wie hoch die Rente ist, wenn es im Laufe der Jahre zu „Rentenanpassungen“ kommt. „Basierend auf Annahmen der Bundesregierung zur zukünftigen Lohnentwicklung werden bei konstantem Verdienst jährliche Rentenanpassungen von einem beziehungsweise zwei Prozent angenommen.“ Ein Kaufkraftverlust werde dabei nicht eingerechnet.

Komplexes Thema

„Aufgrund der individuellen Komplexität der Thematik ist zu allen Fragen möglicher Rentenansprüche und Rentenberechnungen die persönliche Beratung in den Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung Hessen zu empfehlen“, sagt Rohe. Und dieses Angebot nehmen viele Menschen wahr. Rohe nennt die Zahlen. Die Servicestelle verzeichnete im vergangenen Jahr rund 76 000 persönliche Beratungen. „Zusätzlich kommen noch rund 75 000 telefonische und schriftliche Beratungen hinzu“, so die Bilanz von Rohe. Im laufenden Jahr verzeichnet die Auskunft- und Beratungsstelle der Rentenversicherung auf der Frankfurter Zeil 53 monatlich rund 6300 persönliche Gespräche. Die 35 Berater können sich auch künftig über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Die Krise des vor allem in Frankfurt beheimateten Finanzsektors sorge für eine rege Nachfrage von Versicherten, so Rohe.

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