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Explosion bei BASF

Unglück auf dem Gelände des Chemieriesen in Ludwigshafen. Zunächst werden zwei Todesopfer geborgen. Doch weitere Menschen werden am Abend noch vermisst.
Löscharbeiten auf dem BASF-Gelände in Ludwigshafen. Foto: Uwe Anspach (dpa) Löscharbeiten auf dem BASF-Gelände in Ludwigshafen.
Ludwigshafen. 

Mindestens zwei Tote, mehrere Verletzte und Vermisste und ein hoher, noch nicht absehbarer Sachschaden – das ist die vorläufige Bilanz einer gewaltigen Explosion und mehrerer Brände gestern auf dem Gelände des Chemieriesen BASF in Ludwigshafen. Bei den Getöteten handelt es sich dem Unternehmen zufolge um Mitarbeiter. Außerdem würden zwei Menschen noch immer vermisst, teilte BASF am Abend mit. Messungen in der Luft und am Boden hätten keine erhöhten Werte gefährlicher Stoffe ergeben.

Die Ursache für die Explosion im Landeshafen Nord war bis zum Abend unklar. „Wir werden natürlich alles daran setzen, das schnell in Erfahrung zu bringen“, sagte Werksleiter Uwe Liebelt auf einer Pressekonferenz. Es gebe auch noch keine näheren Erkenntnisse, welcher chemische Stoff in Brand geraten sei. In dem Hafen würden Flüssiggase, aber auch brennbare Flüssigkeiten verladen.

Leitung geriet in Brand

Der Zwischenfall ereignete sich Behörden zufolge gegen 11.20 Uhr an einer Rohrleitungs-Trasse. Vor der Explosion sei zunächst eine Versorgungsleitung in Brand geraten, sagte Liebelt. Als die Feuerwehr zum Löschen eintraf, „kam es dann zu einer Explosion“.

Die Flammen waren kilometerweit zu sehen, eine dicke Rauch- und Rußsäule stieg auf. Anwohner wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben, Türen und Fenster geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten.

Die Feuerwehr brachte die Flammen bis zum Nachmittag unter Kontrolle, wie der Leiter der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen, Peter Friedrich, sagte. Auch am Abend dauerten die Löscharbeiten noch an, weil das Feuer kontrolliert ausbrennen sollte. Im Einsatz seien 100 Mann der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Ludwigshafen sowie 62 Mann der Werksfeuerwehr gewesen, hieß es. Auch Notfallseelsorger sowie weitere Rettungskräfte seien am Ort. Aus Sicherheitsgründen wurden nach der Explosion insgesamt 14 Anlagen heruntergefahren. Dabei hätten sich Fackeln gebildet, weil Stoffe in Leitungen verbrannt werden mussten, erklärte die Firmenleitung.

Betroffen waren auch zwei sogenannte Steamcracker. Diese seien das Herzstück des Werks, an dem eine ganze Reihe an chemischen Grundbausteinen für die Produktion entstehen. Die Folgen für das Unternehmen sind noch unklar. Werksleiter Liebelt sagte: „Der wirtschaftliche Schaden ist nicht mein großes Problem heute.“ Wann die Anlagen wieder hochgefahren werden, war zunächst unklar.

Bereits vor der Explosion hatte es am Montagmorgen in einem BASF-Werk im hessischen Lampertheim (Kreis Bergstraße) eine Verpuffung an einem Filter gegeben. Dabei wurden vier Menschen verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.

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