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Fall Liu Xiabo: Deutscher Arzt während Untersuchung gefilmt

Das Videobild zeigt den chinesischen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo in einem Krankenhaus in Peking. Foto: Andy Wong/Archiv Das Videobild zeigt den chinesischen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo in einem Krankenhaus in Peking. Foto: Andy Wong/Archiv
Peking. 

Der deutsche Arzt, der den schwerkranken Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo in einem chinesischen Krankenhaus besucht hat, ist nach Angaben der Deutschen Botschaft in Peking ohne Zustimmung gefilmt worden.

„Wir haben mit großer Sorge festgestellt, dass bestimmte Behörden offensichtlich Audio- und Videoüberwachungsaufnahmen des medizinischen Besuchs gemacht haben”, heißt es in einer am Montag auf der Website der Botschaft veröffentlichten Stellungnahme. 

Diese Aufnahmen seien gegen den ausdrücklichen Wunsch der deutschen Seite gemacht worden, der vor dem Besuch schriftlich mitgeteilt worden sei. Die Aufnahmen seien offensichtlich selektiv an bestimmte chinesische Staatsmedien verteilt worden. „Es scheint, dass Sicherheitsorgane den Prozess steuern, nicht medizinische Experten.”

Das Verhalten untergrabe das Vertrauen in die Behörden, die sich mit dem Fall beschäftigen. Am Montag kursierten auf YouTube verschiedene Videos, in denen der Heidelberger Krebsspezialist Professor Markus Büchler und sein US-Kollege Joseph M. Herman am Krankenbett von Liu Xiaobo zu sehen waren. Freunde des an Leberkrebs erkrankten Bürgerrechtlers bezeichneten die Aufnahmen als Propaganda-Aktion der chinesischen Regierung. 

Liu Xiaobo war 2009 wegen „Untergrabung der Staatsgewalt” zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte ein Bürgermanifest veröffentlicht. 2010 wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen. China lehnte es am Montag erneut ab, den krebskranken Bürgerrechtler trotz seines kritischen Gesundheitszustandes zur Behandlung ins Ausland reisen zu lassen, obwohl er nach Einschätzung deutscher und amerikanischer Experten transportfähig ist.

Peking hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass Liu Xiaobo nicht freigelassen, sondern nur aus medizinischen Gründen ins Krankenhaus verlegt worden sei. Dort steht er weiter unter Bewachung.

(dpa)
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