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Kontroverse: Falscher Fischer-Kommentar befeuert AfD-Streit

Von Ende Dezember hatte Peter Fischer, der Präsident von Eintracht Frankfurt, sich gegen AfD-Wähler im Verein ausgesprochen. Seither schwelt ein Streit zwischen der Partei und dem Fußballclub. Ihren bisherigen Höhepunkt erreichte die Debatte am Mittwoch. Grund war ein vermeintlicher Facebook-Kommentar des Präsidenten.
Peter Fischer. Foto: dpa Foto: Andreas Arnold (dpa) Peter Fischer. Foto: dpa
Frankfurt. 

„Ich tituliere Andersdenkende nicht als Nazis. Ich tituliere AfD-Wähler als braunen Nazidreck. Einfach mal auf deren Seiten die Unterhaltungen lesen. Rassisten durch und durch. Bitte einen ganz großen Bogen um die Eintracht Frankfurt machen!“, heißt es am frühen Mittwochmorgen in einem Kommentar auf der Facebook-Seite mit dem Namen „Peter Fischer Eintracht“. Das erhitzt die Gemüter bei der hessischen AfD. Wenige Tage, nachdem deren Landessprecher Fischer wegen Beleidigung angezeigt haben, kündigen sie eine weitere Anzeige an – diesmal wegen Volksverhetzung.

„Das Maß ist jetzt voll“, erklärt Klaus Hermann, einer der beiden Landessprecher der AfD Hessen, in der Pressemitteilung. „Wenn Peter Fischer meint, dass die Meinungsfreiheit in diesem Land die pauschale Verunglimpfung von über sechs Millionen AfD-Wählern umfasst, hat er vermutlich noch eine steile Lernkurve bei Gericht vor sich“, ergänzt Robert Lambrou, der zweite Landessprecher der AfD Hessen.

Facebook reagiert

Eine vorschnelle Reaktion, wie sich bald herausstellt. Denn weder Peter Fischer noch Eintracht Frankfurt betreiben die Facebook-Seite „Peter Fischer“. Das bestätigt eine Sprecherin des Vereins. Die Eintracht wendet sich umgehend an Facebook, will den Betreiber der falschen Seite ausfindig machen und rechtliche Schritte einleiten.

Dieser Eintrag stand bis gestern Nachmittag auf einer Facebook-Seite, die den Eindruck erweckte, von Eintracht-Präsident Peter Fischer zu sein. Jetzt ist die Seite gelöscht. Quelle: Facebook Screenshot Bild-Zoom Foto: Gantevoort, Joy
Dieser Eintrag stand bis gestern Nachmittag auf einer Facebook-Seite, die den Eindruck erweckte, von Eintracht-Präsident Peter Fischer zu sein. Jetzt ist die Seite gelöscht. Quelle: Facebook Screenshot

Facebook reagiert: Am späten Mittwochnachmittag ist die Seite „Peter Fischer“ nicht mehr erreichbar. „Wir haben mit dem Betreiber der Seite Kontakt aufgenommen und dieser hat uns versichert, dass er die Seite schnellstmöglich löschen wird“, sagt die Eintracht-Sprecherin. Kurz darauf verschwindet die Seite von der Social-Media-Plattform. „Im Übrigen hat der Betreiber gegenüber Eintracht Frankfurt schriftlich erklärt, dass der Beitrag nicht von ihm verfasst worden sei, sondern von einem unbefugten Dritten“, erklärt die Sprecherin.

Ob der Vorfall rechtliche Konsequenzen haben wird, ist noch ungewiss. Der Eintracht-Präsident hatte erklärt, sich bis zur Mitglieder-Versammlung des Vereins am 28. Januar nicht mehr zur AfD-Kontroverse äußern zu wollen.

Losgetreten wurde die Auseinandersetzung durch eine Äußerung Fischers am 28. Dezember in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Präsident hatte erklärt, er wolle keine AfD-Wähler als Mitglieder im Verein haben. Kurz darauf legte Fischer in einem Gespräch mit dem Hessischen Rundfunk noch einmal nach: „Es gibt für die braune Brut keinen Platz. Solange ich da bin, wird es keine Nazis bei Eintracht Frankfurt geben.“

Daraufhin hatten die Landessprecher der AfD Hessen, Klaus Hermann und Robert Lambrou, am 4. Januar Anzeige wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung erstattet. Rückendeckung bekamen sie wenig später von dem Frankfurter AfD-Abgeordneten Albrecht Glaser: In einem Interview mit dieser Zeitung warf Glaser dem Eintracht-Präsidenten vor, eine ganze Gruppe von Menschen pauschal zu verunglimpfen.

Boateng verteidigt Fischer

Die Eintracht-Spieler äußerten sich zunächst nicht zu dem Streit. Dienstag ergriff Kevin-Prince Boateng das Wort. „Ich stehe hinter ihm“, sagt der Fußballprofi zu Peter Fischers Äußerungen. „Ich stehe hinter jedem, der gegen Rassismus kämpft.“ Von der AfD gab es bis Redaktionsschluss keinen Kommentar zum aktuellen Sachverhalt.

dfg f dgh tg

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