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Fast 350 „vertrauliche Geburten” in Deutschland

Es gibt verschiedene Gründe, warum Frauen ihr Baby anonym weggeben. Neben der Babyklappe gibt es seit drei Jahren die „vertrauliche Geburt”.
Die „vertrauliche Geburt”, die im Mai 2014 eingeführt wurde, soll schwangeren Frauen eine Alternative zur Babyklappe zu bieten. Foto: Jens Kalaene Die „vertrauliche Geburt”, die im Mai 2014 eingeführt wurde, soll schwangeren Frauen eine Alternative zur Babyklappe zu bieten. Foto: Jens Kalaene
Berlin. 

In den vergangenen drei Jahren hat es in Deutschland insgesamt 345 „vertrauliche Geburten” gegeben. Gleichzeitig sank die Zahl der Säuglinge, die anonym in einer Babyklappe abgelegt wurden.

Das Ziel, schwangere Frauen in Notsituationen besser zu unterstützen, sei damit erreicht worden, sagte Familienministerin Katarina Barley (SPD) in Berlin bei einer ersten Bilanz.

Seit Mai 2014 gibt es in Deutschland die Möglichkeit der „vertraulichen Geburt”. Dabei können Frauen ihr Kind im Krankenhaus oder bei einer Hebamme zur Welt bringen und trotzdem vorerst anonym bleiben. Die Daten der Mutter werden zwar gespeichert, bleiben jedoch bis zum 16. Geburtstag des Kindes unter Verschluss.

Parallel zur „vertraulichen Geburt” wurde ein neues Hilfetelefon eingerichtet, bei dem seit damals mehr als 16 000 Beratungsgespräche geführt wurden. Bei rund 100 Fällen habe es sich um Notfallhilfe gehandelt, weil die Anruferin bereits in den Wehen lag. In erster Linie verstehe sich die Hotline aber als „Lotsentelefon”, das Brücken zu den Beratungsangeboten vor Ort schlage, erklärte die Leiterin des Hilfetelefons, Petra Söchting.

Nach drei Jahren haben Wissenschaftler die neuen Angebote analysiert. Ihr Bericht passierte am Mittwoch das Bundeskabinett. Unter anderem wurden dafür 1277 Beratungsfälle ausgewertet. In 19,5 Prozent dieser Fälle nahmen die Betroffenen die Möglichkeit der „anonymen Geburt” in Anspruch. In 25,9 Prozent der Fälle entschieden sich die Frauen nach der Beratung für ein Leben mit ihrem Kind.

(dpa)
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