Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 10°C

Fluglärm: Flughafen: Lärm durch nächtliche Landungen könnte weiter zunehmen

Noch ist unklar, ob und wie Ryanair das Problem mit verspäteten Landungen in Frankfurt lösen wird. Es könnte aber noch lauter werden: Fraport will den Flugsteig G für Billig-Fluglinien bauen. Und Hamburger Anti-Fluglärm-Initiativen berichten, dass dort besonders Billig-Fluglinien die Nachtruhe stören.
Symbolbild Foto: Andreas Arnold (dpa) Symbolbild
Frankfurt. 

Ryanair steht unter Beobachtung. Vor zwei Wochen hat der BUND Hessen enthüllt, dass der Billigflieger im September für ein Drittel der verspäteten Landungen auf dem Frankfurter Flughafen zuständig war. Nun sind Beamte der Flugverkehrsaufsicht des Landes aktiv, die am Flughafen sitzen. „Bei wiederholt verspäteten Landungen bestimmter Flüge“ gingen die Beamten direkt zum Piloten und fragten nach, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums.

Zudem habe das Ministerium Ryanair erneut aufgefordert, alle Daten zu den Flügen zu nennen, die nach 23 Uhr gelandet sind. Denn nur wenn einer Fluglinie nachgewiesen werden kann, dass sie den Flugplan so knapp gestaltet, dass sie das Nachtflugverbot zwischen 23 und 5 Uhr gar nicht einhalten kann, darf ein Bußgeld verhängt werden. Dazu gehören zum Beispiel zu kurz kalkulierte Standzeiten, die sich den Tag über anhäufen und zu Verspätungen führen.

Auch Ende 2016 gab es Beschwerden, vor allem über Air Berlin, Condor und TUIfly. Bußgelder wurden nicht verhängt. Die Charter-Gesellschaften Condor und TUIfly seien auch jetzt für etwa ein Drittel der verspäteten Landungen verantwortlich gewesen, sagt der Fluglärmbeauftragte von Neu-Isenburg, Markus Bucher. Er hat die Stichprobe erstellt.

Mit Streiks begründet

Ryanair fliegt Frankfurt erst seit März 2017 an. Die 38 verspäteten Landungen im September begründet die Fluggesellschaft mit „Vorfällen/Streiks bei der französischen und spanischen Flugverkehrskontrolle“. Der Fluglärmbeauftragte Bucher zählt weiter und berichtet: „Bisher ist die Situation nicht anders.“ Bis zum 25. Oktober sei Ryanair mit 30 für fast die Hälfte der 65 verspäteten Landungen zuständig.

Ein Blick auf den von Fraport veröffentlichten Flugplan zeigt, dass die Billig-Linie sehr knapp kalkuliert: Täglich sind zwischen 22.30 Uhr und 23 Uhr drei bis vier Landungen geplant. Das Flugzeug aus Glasgow soll genau um 23 Uhr aufsetzen. Für den Winterflugplan ab Sonntag ist der Glasgow-Flug zwar auf mittags verschoben. Dafür sind es nun drei bis fünf späte Verbindungen. Die größtmögliche Auslastung der Maschinen ist wichtiger Teil des Geschäftsmodells der Billig-Flieger.

Der Flughafen Frankfurt und die lärmgeplagten Anwohner haben mit sogenannten Low-Cost-Carriern noch kaum Erfahrung, weil denen bisher die Gebühren zu hoch waren. Neben dem Unternehmen Ryanair, das seinen Flugbetrieb von vier auf 20 Strecken ausbauen will, und Air Berlin, das den Betrieb gestern einstellte, starteten und landeten bisher nur Wizz und Wow-air mit ein bis zwei Mittagsflügen.

Doch Flughafenbetreiber Fraport hat im August den Bauantrag für einen Flugsteig G gestellt, der „speziell für den Bedarf des Low-Cost-Segments zugeschnitten“ ist. Zwei bis vier Prozent mache dieses Segment derzeit aus, „das kann man noch steigern“, sagt ein Fraport-Sprecher.

Leidvolle Erfahrungen mit Billigfliegern haben die Hamburger, auf deren Helmut-Schmidt-Flughafen der Anteil der Billigflieger 40 bis 50 Prozent ausmacht. Im Jahr 2016 hätten die „Billigflieger weit überdurchschnittlich häufig Verspätungen“ verursacht, hat der dortige BUND festgestellt. Drei von vier verspäteten Starts und Landungen nach 23 Uhr gingen auf deren Konto. Besonders der Billigflieger Easy-Jet „meint, sich nicht an bestehende Schutzregeln halten zu müssen“, sagt Martin Mosel, Sprecher der BI für Fluglärmschutz Hamburg und Schleswig-Holstein, 2017 sei Easy-Jet für ein gutes Viertel der Verspätungen verantwortlich. Aber auch die LufthansaGruppe samt Eurowings und Germanwings „fällt negativ auf“. Für Mosel sind ständige Verspätungen kein Zufall: Das Problem liege darin, dass Billigflieger mit zu kurzen Standzeiten an den Flughäfen planten. Seite 2

Zur Startseite Mehr aus Politik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse