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Low-Cost-Airlines: Fraport forciert Strategiewechsel: Billigflieger am Luxusterminal

Nachdem der Streit zwischen Lufthansa und Fraport um Billigflieger in Frankfurt vorerst beigelegt ist, setzt der Flughafenbetreiber seinen angekündigten Strategiewechsel in die Tat um. Demnächst soll der Bau eines eigenen Flugsteigs für Ryanair und Co. beginnen. Er wird Teil des künftigen Terminals 3, das eigentlich geplant war, um betuchte Kundschaft anzulocken.
So soll das neue Terminal 3 einmal aussehen. Computergrafik: Fraport AG Foto: Fraport AG (Fraport AG) So soll das neue Terminal 3 einmal aussehen. Computergrafik: Fraport AG
Frankfurt. 

Die Pläne der Fraport für einen Billigfliegerbereich am neuen Terminal 3 nehmen Gestalt an. Der als Pier G bezeichnete Flugsteig soll schon Anfang 2020 in Betrieb genommen werden, drei Jahre früher als das gesamte Terminal. Das bestätigte Fraport-Chef Stefan Schulte gestern bei der Eröffnung einer neuen Station der Flughafenhochbahn.

Info: Das Terminal 3

Bis zu 3,5 Milliarden Euro soll der Bau des neuen Terminals kosten, inklusive Autobahnanschluss und Anbindung an den Flughafen-Bahnhof.

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Ursprünglich war das dritte Abfertigungsgebäude für Luxus-Airlines und deren anspruchsvolle Kundschaft geplant. Der Flugsteig G soll nun deutlich abgespeckt und schneller gebaut werden. „Von außen wird kein Unterschied zu erkennen sein“, sagte Schulte. Innen werde der in „Systembauweise“ errichtete Gebäudeteil auf die Billigflieger zugeschnitten sein, zum Beispiel, um schnelleres Einsteigen zu ermöglichen. Später soll Pier G in das neue Terminal integriert werden. An der Ursprungsidee hält Fraport allerdings weiterhin fest: „Terminal 3 wird ein Premiumterminal“, betonte der Vorstandsvorsitzende.

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender des Flughafenbetreibers Fraport. Foto: Arne Dedert/Archiv
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Weil Fraport die irische Billigfluggesellschaft Ryanair mit Preisnachlässen nach Frankfurt gelockt hat, kam es zum Streit mit der Lufthansa – Hauptkunde und Großaktionär der Fraport. In seltener Einigkeit mit den Gegnern des Flughafenausbaus kritisierte die Fluggesellschaft den Strategiewechsel. Bislang setzte der Frankfurter Flughafen als Drehkreuz auf teurere Flüge. „Preissensible Passagiere“ gingen an umliegende Flughäfen verloren, so Schulte. Die Öffnung für Billigfluglinien sei wirtschaftlich notwendig, heißt es inzwischen.

Für den künftigen „Low-Cost-Flugsteig“ plane die Fraport mit vier bis sechs Millionen Passagieren im Jahr, sagte Schulte in einem gestern erschienenen Interview mit der „Welt“. Insgesamt werde der Frankfurter Flughafen dieses Jahr etwa 64 Millionen Passagiere befördern. „Im Jahr 2020 könnten es einschließlich Low-Cost-Segment um die 68 bis zu 70 Millionen Passagiere sein.“

Vor allem mit Blick auf die Ausbaugegner hat Schulte in den vergangenen Wochen stets betont, dass der Billig-Pier am Terminal 3 im Einklang mit dem Planfeststellungsbeschluss zum Flughafenausbau gestaltet werden soll. Der Beschluss sieht vor, dass der Bau des dritten Abfertigungsgebäudes zwingend der Funktion des Frankfurter Flughafens als Umsteigeflughafen dient. Das bedeutet, dass der Flugsteig sowohl an die Hochbahn angeschlossen sein muss wie auch an das Gepäckbeförderungssystem.

Lufthansa als Co-Betreiber?

Ihren Streit erklärten Lufthansa und Fraport diese Woche für beendet und kündigten „weitere Gespräche über eine mittel- und langfristige Partnerschaft“ an. Was darunter zu verstehen ist, machte Schulte bei der Hochbahn-Eröffnungsfeier etwas deutlicher. Er brachte eine „gemeinsame Betriebsgesellschaft“ für Teile des von der Lufthansa genutzten Terminals 1 ins Spiel. Allerdings nur als Idee. Wohin die Gespräche mit der Lufthansa führen werden, sei noch vollkommen offen.

Vorbild ist das zweite Lufthansa-Drehkreuz München. Dort besitzt die Fluglinie 40 Prozent der Anteile an einem Terminal und erhält einen Teil der Umsätze aus Restaurants und Läden. Dieses Modell könne aber nicht eins zu eins auf Frankfurt übertragen werden, sagte Schulte. Die Terminals 1 und 2 seien schon Jahrzehnte in Betrieb. Und am neuen Terminal 3 habe die Lufthansa bisher kein Interesse.

Neue Hochbahnstation

Mit der gestern eröffneten vierte Haltestelle der Hochbahn „Sky Line“, die die bisherigen beiden Terminals miteinander verbindet, sollen Passagiere schneller zu ihren Anschlussflügen gelangen. Der Flughafenbetreiber investierte insgesamt 24 Millionen Euro für das neue Stationsgebäude. Seite 21

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