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Lehrerbildung: GEW-Vorsitzende mahnt eine bessere Ausbildung der Pädagogen an

Von In den nächsten Jahren sollen Hessens Schulen umfassend mit Informationstechnologie ausgestattet werden. Für eine sinnvolle Digitalisierung reicht das aber nicht, findet Birgit Koch, die Landesvorsitzende der GEW Hessen. Damit dies gelingt, bräuchte es landesweite Standards: In der Lehrerbildung und in der Konzeption. Dies sei noch lange nicht Realität an Hessens Schulen.
Symbolbild / dpa Symbolbild / dpa
Frankfurt. 

Kinder und Jugendliche sollen besser auf die digitale Welt vorbereitet werden. Deshalb hat die große Koalition in Berlin die Digitalisierung erneut auf ihre Agenda genommen. Fünf Milliarden Euro sollen in den kommenden Jahren bundesweit in die technische Ausstattung der Schulen fließen.

Mit dem Geld sollen die Bildungsstätten mit Computern, WLAN und einer entsprechenden internen Vernetzung ausgestattet werden. Rund 40 000 Schulen in Deutschland könnten vom Digital-Pakt der Bundesregierung profitieren.

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Hessen stellt den Schulträgern mit dem Investitionsförderprogramm „KIP macht Schule!“ insgesamt 530 Millionen Euro zur Verfügung. Damit sollen Schulgebäude saniert und die digitale Ausstattung modernisiert werden. Schön und gut findet das die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Birgit Koch. Sie hat sich nun mit deutlichen Worten an die Öffentlichkeit gewandt. Sie sagt, das ganze Geld nütze nichts, wenn es weiter an Wesentlichem fehle: An einer adäquaten Ausbildung der Lehrer und vor allem einem einheitlichen Konzept, damit die Technik sinnvoll im Schulalltag angewandt werden kann. „Ohne professionalisierte Medienkompetenz und landesweite Standards geht es nicht“, so Koch.

Technisches Personal

Medienkompetenz, also der souveräne Umgang mit sozialen Medien, Datenschutz und einer digitalen Ethik, müsse auch bei jungen Lehrern auf Landesebene professionalisiert werden, sagt Koch – sowohl in der Fortbildung als auch vor allem in der Ausbildung. Generell würden sich viele Lehrer wünschen, dass zumindest die Grundlagen, wie mit der digitalen Ausstattung umgegangen werden soll, einheitlich geregelt sind.

Wie die jeweiligen Schulen dann ihre jeweiligen Schwerpunkte setzen, sollte weiterhin ihnen überlassen bleiben. Die digitale Realität, so die GEW-Vorsitzende, habe in der Aus- und Fortbildung der Lehrer noch zu wenig Einzug gehalten hat.

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Kommentar zur Lehrerbildung: Reform dringend notwendig

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Wenn der digitale Pakt umgesetzt wird, ist es aber mit einer flächendeckenden Medienkompetenz der Lehrer laut Koch nicht getan. Zusätzlich müssten Experten eingestellt werden, die Computer, Tablets & Co pflegen, warten und auf den neusten Stand bringen können. Deshalb fordert die hessische GEW-Vorsitzende, dass die digitale Aufrüstung mit einer personellen Aufrüstung einhergeht. „Die Administration der Schul-IT muss in professionelle Hände“, sagt Koch. Die von Bund und Land bereitgestellten Mittel würden da langfristig nicht reichen. Die Investition in die digitale Bildung müsse sich „finanziell verstetigen“.

„Wir sind in Hessen auf einem guten Weg“, sagt Tanja Miehle, Referatsleiterin für Medienbildung im hessischen Kultusministerium. Details, wie das Geld aus dem Digital-Pakt des Bundes in den Ländern konkret verwendet werde, stünden noch nicht fest. Miehle betont allerdings, dass die IT-Ausstattung der Schulen und die Fortbildung der Lehrer parallel zueinander erfolgen sollen.

„Kein Hau-Ruck-Verfahren“

Eine flächendeckende Einführung von Tablets für alle Schüler und Lehrer, wie es die FDP fordert, steht Kultusstaatssekretär Manuel Lösel kritisch gegenüber. „Die Umsetzung dieser Maßnahme im Hau-Ruck-Verfahren ist weder klug noch pädagogisch sinnvoll. Der Einsatz von Tablets und sonstigen mobilen Endgeräten im Unterricht setzt vor allem die Qualifizierung der Lehrkräfte voraus. Diese stellen wir passgenau zur Verfügung“, sagte er jüngst in einer Plenarsitzung im Hessischen Landtag. Die Digitalisierung erfasse alle Lebensbereiche und stelle Hessens Schullandschaft vor große Herausforderungen, so Lösel.

Die Herausforderung bestünde in den nächsten Jahren darin, dass sich alle Beteiligten miteinander abstimmen, heißt es aus dem Kultusministerium.

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