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Grüne fordern Sofortprogramm zum Klimaschutz

Unter dem Eindruck des Extremsommers prangert Grünen-Chefin Annalena Baerbock an, dass die deutsche Politik jahrelang zu wenig Ehrgeiz im Kampf gegen den Klimawandel gezeigt habe.
Annalena Baerbock moniert, dass Städte nicht ausreichend auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet seien. Foto: Britta Pedersen Annalena Baerbock moniert, dass Städte nicht ausreichend auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet seien.
Berlin. 

Die Folgen der Erderwärmung auch hierzulande seien ignoriert worden, „um weiter behaupten zu können, wir können beim Klimaschutz erst mal abwarten und gerade den Kohleausstieg aufschieben”, sagte Grünen-Chefin Annalena Baerbock der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung”.

Doch je mehr Zeit vergehe, umso eher stiegen die Kosten. Der „Heilbronner Stimme” sagte Baerbock, die Bundesregierung solle sich für ein wirksames Klimaschutzsofortprogramm, das Ende der Kohle, eine ökologische Verkehrswende und einen CO2-Preis einsetzen. „Leider tut sie dies nicht, sondern weigert sich, Leitplanken zu setzen, dass wir die Klimaschutzziele erreichen. Das ist eine große Gefahr für dieses Industrieland, vor allem für die Autoindustrie.”

Der „Rheinpfalz” sagte die Grünen-Chefin, im Gegensatz zu anderen entwickelten Ländern gebe es hierzulande keinen übergeordneten Plan, um die Folgen extremer Wetterereignisse wie Starkregen oder Trockenheit einzugrenzen. Auf Bundesebene existiere nur ein einziges Klimaanpassungsprogramm, „und das stammt aus dem Jahr 2008”.

In der „WAZ” monierte sie zudem, dass die Städte nicht ausreichend auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet seien. Nötig seien etwa mehr Grünflächen, Frischluftschneisen, begrünte Fassaden und eine bessere Häuserdämmung. Dazu gehöre aber auch der Hochwasserschutz in den Städten, in denen heftige Regenfälle wegen der kompletten Versiegelung zu Überschwemmungen führten.

Hilfsgelder, um Dürreausfälle aufzufangen, sollten aus ihrer Sicht an Zusagen zum Klimaschutz gebunden sein: „Weniger Pestizide, weniger Tierbestände, weniger Monokulturen auf den Feldern. Sonst ist das ein Fass ohne Boden.”

(dpa)
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