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Syrien-Kenner hoffen auf Einlenken Russlands: Heftige Debatte um Trumps Bomben

Von Als Vergeltung für einen mutmaßlichen Giftgaseinsatz der syrischen Armee lässt US-Präsident Trump einen Armeestützpunkt bombardieren. Syriens Verbündeter Russland reagiert empört – doch Kenner der Materie werten diese Entwicklung als möglichen Schritt in Richtung einer diplomatischen Lösung.
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Frankfurt. 

Ein US-Luftangriff auf einen syrischen Stützpunkt hat die erste schwere Krise zwischen der neuen US-Regierung unter Donald Trump und Russland ausgelöst. Kremlchef Wladimir Putin verurteilte das Bombardement eines Luftwaffenstützpunkts am Freitag als Angriff auf die Souveränität Syriens. Der Präsident des Landes, Baschar al-Assad, nannte den Einsatz „rücksichtslos und unverantwortlich“.

Signal der Entschlossenheit

Der Nahost-Experte und Journalist Loay Mudhoon bezeichnet Trumps militärische Intervention indes als „notwendig und alternativlos“. Der Westen müsse die klare Botschaft an Assad senden, „dass man nicht tatenlos zusieht, wie er die eigene Bevölkerung mit Giftgas attackiert“, so Modhoon. Zwar fehle der Trump-Administration derzeit eine klare Strategie. Doch anders als unter Barack Obama sei nun womöglich Schluss mit der „gespielten Machtlosigkeit“ des Westens.

US-Präsident Donald Trump. Die USA haben einen Flughafen der syrischen Armee angegriffen. Foto: Alex Brandon
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Mudhoon hält es gar für möglich, dass eine harte Linie der USA Russland zu ernsthaften Verhandlungen bewegen könne. Einige weitere gezielte Militärschläge „würden reichen, Assad zum Einlenken zu bewegen“, sagt der Nahost-Experte. „Wenn das nicht geschieht, wird Putin verleitet sein, sein Spiel weiterzutreiben“, sagt Mudhoon. Doch Assads Armee sei ohne Unterstützung russischer Berater und Flugzeuge kampfunfähig.

Syrien-Experte Daniel Müller von der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) kommt zu einer ähnlichen Schlussfolgerung: „Die USA haben gezielt jenen Ort angegriffen, von dem man vermutet, dass von ihm die Sarin-Angriffe ausgehen. Russland wurde gewarnt. Man hat somit ein politisches Signal gesendet“. Da die US-Regierung gleichzeitig Gesprächsbereitschaft signalisiere, sei es durchaus denkbar, dass die neuerliche Eskalation des Konflikts in ernsthaften Friedensbemühungen münde. Doch so lange alle Konfliktparteien weiterhin Ressourcen erhalten, um ihren Kampf fortzusetzen, werde der Krieg in Syrien andauern.

„Es kann sein, dass nun rote Linien gezogen werden, es kann aber auch sein, dass Russland und USA sich nun noch unkonstruktiver gegenüberstehen als bislang“, relativiert Müller die Hoffnung auf ein rasches Ende des jahrelangen Bürgerkriegs. Mit Material von dpa Bericht u. Kommentar S. 2

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