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Helfen und Geld verdienen

Von Derzeit kostet die Unterbringung von Flüchtlingen die Kommunen das meiste Geld. Hiervon profitieren Hoteliers und Wohlfahrtsverbände. Doch bald könnten auch die Bildungsträger dazu kommen.
Frankfurt. 

In diesem und im vergangenen Jahr sollen 50 Milliarden Euro in die Hilfe für Flüchtlinge fließen. Das hat das Institut der Deutschen Wirtschaft errechnet. Doch wer profitiert von dieser Summe? Sicherlich ausnahmsweise nicht die weltweiten Schlepperbanden, die mit dem Elend der Migranten ein Milliardenvermögen verdienen und bereits verdient haben.

In der Region Rhein-Main sind es beispielsweise die Unternehmen und Organisationen, die Unterkünfte für Flüchtlinge bereitgestellt haben. Nach Recherchen dieser Zeitung sind es pro Flüchtling rund 1000 Euro pro Monat, die beispielsweise von der Stadt Frankfurt an die Betreiber solcher Unterkünfte gezahlt werden. Insgesamt soll die Stadt ein Flüchtling im Monat „all inclusive“ derzeit rund knapp 1500 Euro kosten. Vom Land gibt es für die Stadt einen Zuschuss von 1050 Euro. Nach dieser Rechnung sind Flüchtlinge für die Main-Metropole also ein „Minusgeschäft“.

Trotzdem ist die Stadt dankbar, dass Wohlfahrtsverbände und soziale Organisationen vielfach als Betreiber für Flüchtlingsunterkünfte auf den Plan getreten sind. Solche „Projekte“ in eigener Regie zu stemmen, wäre für die Stadt unmöglich gewesen, heißt es. Je nach Belegungszahl der Unterkünfte dürfte für die jeweilige Non-Profit-Organisation durchaus jährlich ein siebenstelliger Betrag auf das Konto fließen. Somit sei die Flüchtlingswelle durchaus „ein Segen“ für diese Organisationen, meinen Ökonomen.

Knapp 1000 Flüchtlinge seien in Frankfurt derzeit in Hotels untergebracht. Zwischen 9 und 30 Euro erhalten die Hoteliers täglich pro Flüchtling. Aber für die Betreiber sei die Stadt kein Selbstbedienungsladen.

Die Angebote der Hotels würden sorgsam auf „marktübliche Preise“ geprüft. Angeblich nicht marktüblich war dagegen ein Angebot eines Vermieters im Hochtaunuskreis, der sein Zweifamilienhaus für 4000 Euro monatlich an Flüchtlinge vermietete. Ortsüblich sollen 1500 Euro gewesen sein, wie Anwohner der Immobilie vermuteten.

Dass die Flüchtlingswelle auch ein Jobmotor sein kann, beweist die Stadt Frankfurt. Rund 130 Stellen sollen wegen der Zuwanderung neu geschaffen werden. Auch die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit will über 160 Millionen Euro in die Hand nehmen, um unter anderem auch Flüchtlinge zu qualifizieren. Rund 13 000 Flüchtlinge werden derzeit von hessischen Jobcentern betreut. Mit der Qualifizierung von Flüchtlingen für den Arbeitsmarkt könnte sich wieder ein neuer „Markt“ entwickeln, vermuten Experten.

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