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Hessen: Wo das Internet lahmt

Von Privat ist es ärgerlich, wenn man kein schnelles Internet hat. Für Betriebe aber kann es existenzgefährdend sein.
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Frankfurt. 

Im Wahlkampf gab es fast nur ein Thema, bei dem sich alle Parteien einig waren: Der Standort Deutschland braucht schnelles Internet – und zwar überall. Es gebe noch zu viele Problemzonen, wo es mit der Datenübertragung lahmt, was die Wirtschaft schwächt. Das gilt auch für Hessen: Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der hessischen Unternehmerverbände, schlägt Alarm. „Besonders schlecht mit schnellem Internet versorgt sind in Hessen der Vogelsbergkreis und der Schwalm-Eder-Kreis“, sagt Pollert. In diesen Kreisen liege die Verfügbarkeit von 50 Mbit/s für private Haushalte nur zwischen 10 und 50 Prozent. Für gewerbliche Anschlüsse sehe es dort ähnlich schlecht aus.

Pollert fordert, den Ausbau der Breitbandnetze als nationale Aufgabe zu begreifen und mit mehr Bundesmitteln voranzutreiben. „Flächendeckend müssen Betriebe bis Ende 2018 Zugang zu Angeboten von mindestens 50 Mbit/s erhalten.“

Claus Wiegandt, Bonner Professor für Stadt- und Regionalforschung, glaubt, dass lahmes Internet mitverantwortlich für Landflucht sein kann. Er fordert: „Schrumpfende Gemeinden müssen stärker unterstützt werden – auch im Interesse der wachsenden Städte.“ Guter Internetzugang sei besonders wichtig für Bürger in Gemeinden, wo die Infrastruktur wegbreche. Nur über Online-Angebote gäbe es die Chance, den rückläufigen Einzelhandel zumindest ansatzweise zu ersetzen. Außerdem: „Auch Telearbeitsplätze hängen von einer guten Verbindung ab, ebenso die moderne Telemedizin, dank derer Patienten überwacht werden können, ohne dass sie weite Strecken in die nächste Klinik fahren müssen.“ Und ansässige Unternehmen könnten nur bleiben, wenn sie nicht von der Datenautobahn abgehängt seien. Aber die Landesregierung hat das Problem erkannt. Unternehmersprecher Pollert lobt, dass Wiesbaden sich bis zum Jahr 2020 das Ziel gesetzt habe, 60 Prozent der Haushalte mit bis zu 400 Mbit/s zu versorgen.

Die rund 60 000 Betriebe in Frankfurt sind in Sachen schnelles Internet gut versorgt, wie Wirtschaftsförderer Oliver Schwebel feststellt. „Es ist noch kein Unternehmen aus der Stadt weggegangen, weil das Internet zu langsam ist“, sagt er. Derzeit liege die durchschnittliche Datengeschwindigkeit in den gewerblichen Gebieten zwischen 50 und 100 Mbit/s.

Auch im Kreis Limburg-Weilburg ist offenbar viel getan worden, denn der Breitbandausbau sei im April letzten Jahres abgeschlossen worden, war aus dem Kreishaus zu erfahren. Im Main-Taunus-Kreis ist bis auf drei Hofheimer Stadtteile das schnelle Internet ausgebaut.

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