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IOM deckt Sklavenhandel mit Migranten in Nordafrika auf

Afrikanische Flüchtlinge warten an Bord des Hilfsschiffs Golfo Azurro. Helfer hatten 332 Menschen in drei Schlauchbooten vor der Küste von Libyen gerettet. Foto: Santi Palacios/AP/Symbolbild. Afrikanische Flüchtlinge warten an Bord des Hilfsschiffs Golfo Azurro. Helfer hatten 332 Menschen in drei Schlauchbooten vor der Küste von Libyen gerettet. Foto: Santi Palacios/AP/Symbolbild.
Genf. 

Einen Sklavenhandel mit Hunderten Migranten hat die Internationalen Organisation für Migration (IOM) im westafrikanischen Santi Palacios/AP/dpa und im nordafrikanischen Libyen aufgedeckt.

Schmuggler böten schutzlose Menschen auf Märkten für 200 bis 500 Dollar feil, berichtete der IOM-Vertreter in Libyen, Othman Belbeisi, in Genf. Die Menschen würden oft monatelang festgehalten und ohne Lohn zu harter Arbeit gezwungen. Viele würden gefesselt oder eingesperrt. Frauen würden als Sexsklavinnen missbraucht oder zur Prostitution gezwungen.

Die Organisation berichtete von zahlreichen Fällen von Menschen, die nach eigenen Angaben auf solchen Sklavenmärkten verkauft wurden. IOM traf sie in Auffanglagern für Migranten, die in ihre Heimat zurück wollen.

Die Migranten seien gefoltert worden und hätten dabei ihre Familien anrufen müssen, damit diese die Schreie hören konnten. Die Wächter verlangten Hunderte Dollar Lösegeld. Nach Angaben der Betroffenen hungerten Migranten zu Tode, die kein Geld aufbringen konnten. Ein IOM-Arzt habe einen auf 35 Kilogramm abgemagerten Mann aus Gambia in Krankenhaus besucht und seine Folterwunden gesehen.

„Libyen ist ein Jammertal für die Migranten”, sagte der IOM-Einsatzleiter Mohammed Abdiker. „Migranten, die nach Libyen gehen, um nach Europa zu kommen, haben keine Ahnung von der Folter, die sie dort erwartet”, sagte IOM-Sprecher Leonard Boyle. „Sie werden verkauft, gekauft und weggeworfen, wenn sich nicht mehr von Nutzen sind.” IOM nehme die Zeugenaussagen auf und verbreite sie über sozialen Netzwerke und Radio in den Ländern, aus denen viele Menschen flüchten, um sie zu warnen.

(dpa)
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