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Nach Brand-Katastrophe in London: In Frankfurt baut man viel sicherer

Noch gestern Mittag drang Rauch aus dem Londoner Hochhaus, das am Mittwoch lichterloh in Flammen gestanden hatte. Mindestens 17 Menschen starben in dem Feuer. In Frankfurt sei eine solche Katastrophe nicht möglich, versichert der Feuerwehrchef.
Die Skyline von Frankfurt am Main. Foto: Andreas Arnold/Archiv Die Skyline von Frankfurt am Main. Foto: Andreas Arnold/Archiv
Frankfurt. 

Die Bilder des verheerenden Feuers in London, wo am Mittwochmorgen ein 24-stöckiges Wohnhochhaus in Flammen stand, erinnerten Frankfurts Feuerwehrchef Professor Reinhard Ries an einen Brand vor fünf Jahren. Damals waren seine Leute in die Frankfurter Adickesallee gerufen worden, als sie ankamen, stand das Gebäude bereits bis unter das Dach in Flammen. „Glücklicherweise war das Haus noch eine Baustelle und nicht bewohnt. Wir hätten nicht gewusst, wie wir die Menschen so schnell retten könnten“, sagt Ries. Im Grenfell Tower in London sollen bis zu 600 Menschen gewohnt haben, wie viele im Haus waren, weiß niemand.

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Für die Frankfurter Feuerwehr stand 2012 sofort fest, dass die an der Fassade angebrachten Polystyrolplatten bewirkt hatten, sich das Feuer so rasant ausbreiten konnte. Die Höhe des heutigen Studentenwohnheims liegt „haarscharf unter der Hochhausgrenze“, so Ries.

Die besten Regeln

Bei Bauten über 22 Metern sei eine feuersichere Fassade Vorschrift, Polystyrol dürfe nicht verbaut werden. „Deutsche Hochhausrichtlinien sind die besten. Briten und Franzosen haben das nicht. In Europa sind wir die einzigen.“ Polystyrol wurde auch am erst 2016 fertig sanierten Grenfell Tower nicht verbaut. Dort hatte man Metallplatten auf die Fassade geschraubt, deren Dämmschicht auf der Rückseite leicht brennbar ist. So konnten sich die Flammen zwischen den Metallplatten und der Mauer wie in einem Schornstein rasend schnell nach oben fressen und über die Fenster in alle Wohnungen schlagen. Diesen Effekt hatten sich die Frankfurter Feuerwehrfachleute erst vor einigen Monaten in Neu-Isenburg angesehen. Dort hatte ein so gebautes Ärztezentrum gebrannt.

Eine weitere Schwachstelle im Londoner Hochhaus vermutet Ries bei den Fluchtwegen. „In Frankfurt haben wir bei allen Häusern über 30 Meter Höhe einen zweiten Rettungsweg sowie Sicherheitstreppenräume, die statisch und technisch komplett vom übrigen Haus getrennt sind. Da kann draußen das Feuer wüten, wie es will.“ Zudem gebe es Feuerwehraufzüge mit einer Notstromversorgung und eigenem Schacht, um Retter schnell hinauf und Menschen hinab zu bringen, erläuterte der Branddirektor. Auch ältere Hochhäuser hätten solche Aufzüge, zudem seien sie mit einer außenliegenden Treppe ertüchtigt worden.

Kritik an Industrie

Ries kritisierte, dass es in der Republik keine bundesweit einheitlichen Bauvorschriften gibt, in denen solche Standards festgeschrieben werden könnten. Gegen strengere Regeln arbeite teilweise auch die Industrie, so Ries, sie habe es bislang auch verstanden, die Festlegung auf ausschließlich nicht brennbare Dämmstoffe zu verhindern.

(wyg, lhe)
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