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Juden und Muslime erinnern in Auschwitz an Holocaust-Opfer

Sie sind jüdisch und muslimisch und wollen mehr voneinander wissen. Zwei Dutzend junge Menschen sind aus Deutschland nach Auschwitz gereist. Manche Teilnehmer holen dort auch eigene düstere Erfahrungen ein.
Zwei junge Muslimas mit Kopftuch und ein junger jüdischer Mann mit Kippa unterhalten sich miteinander. Bilder > Foto: Monika Skolimowska Zwei junge Muslimas mit Kopftuch und ein junger jüdischer Mann mit Kippa unterhalten sich miteinander.
Oswiecim. 

Junge Juden und muslimische Migranten haben an diesem Donnerstag gemeinsam im größten ehemaligen deutschen Konzentrationslager Auschwitz der Holocaust-Opfer gedacht.

„Wir versprechen, dass wir uns mit unserer Kraft des Glaubens, gemeinsam für das „Nie wieder Auschwitz” einsetzen werden”, sagte Aiman A. Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) bei der interreligiösen Zeremonie. Mit der Aktion machen sich die Veranstalter, zu denen auch die Union progressiver Juden (UpJ) gehört, gegen Antisemitismus in Deutschland stark.

Zuletzt hatten immer wieder Angriffe auf Juden Schlagzeilen machten, teils auch von muslimischen Tätern. In Auschwitz-Birkenau wurden während des Zweiten Weltkrieges mindestens 1,1 Millionen Menschen von den Nazis ermordet, die meisten waren Juden.

Die interreligiöse Feier fand im Rahmen einer Bildungsreise für 25 Teilnehmer - junge Juden sowie syrische und irakische Geflüchtete - statt. Die jungen Menschen, die unter anderem in Schleswig-Holstein und Thüringen leben, setzten sich fünf Tage mit dem Massenmord an den europäischen Juden während der NS-Zeit auseinander.

„Wir wollen uns dem Antisemitismus widersetzen und allen Rassisten die Stirn bieten”, sagte Mazyek. Bei der Andacht sprach auch der Rabbiner Dr. Henry G. Brandt: „Ich bin tief beeindruckt, dass Muslime und Juden hier zusammen sind”, sagte er. Er hoffe, die jungen Menschen würden als „Architekten des Morgens” Lehren für das Leben daraus ziehen.

Auch die Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins und Thüringens, Bodo Ramelow (Linke) und Daniel Günther (CDU), waren nach Auschwitz gereist. Sie legten an der Todeswand, an der tausende Häftlinge erschossen wurden, Kränze nieder.

(dpa)
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