Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Bundeslandwirtschaftsministerin: Julia Klöckner vor Karrieresprung

Von Die rheinland-pfälzische CDU-Landeschefin Julia Klöckner steht vor einem Wechsel nach Berlin. Es wäre ein großer Karrieresprung.
Julia Klöckner Foto: snapshot-photography/F.Boillot (imago stock&people) Julia Klöckner
Mainz. 

Es wäre der größte Erfolg in ihrer politischen Karriere: Die rheinland-pfälzische CDU-Landeschefin Julia Klöckner gilt als heißeste Anwärterin auf den Posten der Bundesministerin für Landwirtschaft und Ernährung. Es wäre wohl ein Traumjob für die 45 Jahre alte Winzerstochter aus Guldental an der Nahe. Sie verhandelte in den Jamaika-Sondierungen schon die Bereiche Landwirtschaft und ländlicher Raum für ihre Partei.

Klöckner, geboren am 16. Dezember 1972 in Bad Kreuznach, zog 2002 erstmals über die CDU-Landesliste in den Bundestag ein und profilierte sich dort als Nachwuchstalent. Von 2009 bis 2011 war sie Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, bevor sie Ende 2010 den hoch zerstrittenen CDU-Landesverband in Rheinland-Pfalz übernahm. Klöckner sorgte für frischen Wind und Aufbruchstimmung und schmiedete eine neue Einheit im Landesverband – und führte so die CDU bei der Landtagswahl 2011 auf Augenhöhe mit SPD-Amtsinhaber Kurt Beck.

Klöckner präsentierte sich als „nah bei de Leut’“, als „geländegängig“ bezeichnete sich die frühere Deutsche Weinkönigin von 1995 gerne mal selbst. Mit dem Begriff „Heimat“ kann die studierte Katholische Theologin viel anfangen, gleichzeitig ist sie hochgradig medienaffin und nutzt gerne Formate wie Twitter. 2009 machte sie Schlagzeilen, als sie das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl frühzeitig auf Twitter verriet.

Burka-Verbot gefordert

Bis heute äußert sich Klöckner gerne über soziale Medien pointiert zu Wort. Kritiker werfen ihr auch deshalb immer wieder vor, mehr Stil als Substanz zu pflegen, mehr Wert auf Auftritt statt auf Aktenstudium zu legen. Kritik kam auch, weil Klöckner früh ein Burka-Verbot forderte und immer wieder vor patriarchalen Strukturen in islamistischen Kulturen warnte – für die CDU-Politikerin eine Frage von Frauenrechten.

Klöckner profilierte sich mit Integrationsthemen und einer modern angehauchten CDU-Haltung, lange wurde ihr eine große Nähe zu Kanzlerin Angela Merkel nachgesagt. 2012 wurde Klöckner stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU. In Rheinland-Pfalz trieb sie die SPD-geführte Landesregierung vor sich her, führte ein halbes Jahr vor der Landtagswahl 2016 mit haushohem Vorsprung von bis zu zehn Prozentpunkten in den Umfragen. Ausgerechnet die Flüchtlingsfrage wurde Klöckner zum Verhängnis: Mit ihrem Integrationspapier „A2“ erweckte sie den Eindruck, der Kanzlerin in den Rücken zu fallen. Klöckner verlor gegen SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die mit hoher Glaubwürdigkeit punktete.

Berlin als Sprungbrett

In Rheinland-Pfalz würde so mancher seit dem Wahldebakel von 2016 den Abgang der Chefin nach Berlin nicht ungern sehen. Nun könnte Julia Klöckner eine Exit-Strategie gefunden haben: Ein Bundesamt wäre ein gutes Sprungbrett für die Frau, die auch schon als Kanzler-Nachfolgerin gehandelt wurde. Klöckner könnte aber auch als Bundesministerin Landeschefin in Rheinland-Pfalz bleiben – und so mit neuem bundespolitischer Gewicht bei der Landtagswahl 2021 neu angreifen.

Zur Startseite Mehr aus Politik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse