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Zahl der Eigenheimbesitzer unter 40 deutlich zurückgegangen: Junge Familien haben es schwer beim Hauskauf

Von Für Berufseinsteiger und junge Familien hat der Erwerb einer eigenen Immobilie nicht mehr den wichtigsten Stellenwert im Leben. Experten verraten, welche Gründe dafür ausschlaggebend sind.
Symbolbild Symbolbild
Frankfurt. 

Trotz des dauerhaften Zinstiefs: Immer weniger junge Familien und Berufseinsteiger können sich in Deutschland Wohneigentum leisten. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der Kreditwirtschaft. Demnach ging die Quote der 30- bis 40-jährigen Eigenheimbesitzer laut diesen Daten von 30 Prozent im Jahr 2006 auf 27,4 Prozent im Jahr 2014 zurück. In dem selben Zeitraum legte die Eigentümerquote bei den über 65-Jährigen von 48 auf 55 Prozent zu.

Hessen liegt noch unter dem bundesweiten Durchschnitt. Die Quote der Eigentümer in der Altersspanne zwischen 30 und 40 Jahren lag im Jahr 2014 exakt bei 25,4 Prozent. Im Jahr 2006 hatte diese Quote noch bei 27,6 Prozent gelegen, wie das Statistische Landesamt Hessen dieser Zeitung mitteilte. Im Gegensatz hierzu hat sich die Quote der Wohneigentümer, die über 65 Jahre alt sind, von 55,1 Prozent (2006) auf 59,1 Prozent (2014) erhöht.

Bonität gefragt

Für Christiane Kienitz sind diese Zahlen keine Überraschung. Sie kann keine Dramatik darin erkennen. „Die jungen Menschen passen sich den aktuellen sozioökonomischen Trends an“, stellt die Baufinanzierungsexpertin der Verbraucherzentrale Hessen fest. Wie Kienitz weiter erläutert, galt bei den Banken, die Immobilienkredite vergaben, früher die Devise, dass der Wert der Immobilie das entscheidende Wert bei der Kreditvergabe ist. Nach der Bankenkrise im Jahr 2008 rückte dann die Bonität des Kreditnehmers immer mehr in den Vordergrund. Diese neuen, schärferen Regeln mache es folglich Berufseinsteigern und jungen Familien schwerer, einen Immobilienkredit zu bekommen. „Auch fehlt bei den meisten jungen Leuten in aller Regel noch das notwendige Eigenkapital, um den Kauf einer teuren Immobilie in einem Ballungszentrum darzustellen“, so Kienitz.

Die Baufinanzierungsexpertin will auch nicht ausschließen, dass sich viele junge Menschen auch darüber bewusst seien, dass sie beruflich flexibel sein müssten. Bei einem Ortswechsel könnte dann eine Immobilie schnell ein Klotz am Bein sein. „Ein Haus oder eine Wohnung verkauft sich nicht so schnell“, weiß Kienitz und verweist weiter darauf, dass viele junge Menschen heute nicht für die Ewigkeit planen wollten und könnten.

„Grundsätzlich haben es junge Leute immer etwas schwerer mit dem Einstieg in Wohnimmobilien“, sagt Julia Droege-Knaup, Sprecherin der Frankfurter Sparkasse. Grundsätzlich könnten die für Häuslebauer sehr günstige aktuelle Zinssituation die steigenden Immobilienpreise teilweise kompensieren. „Angesichts der gestiegenen Preise in den Metropolen fragen sich nach unserer Wahrnehmung die Menschen zwar intensiver als noch vor einigen Jahren, ob sich der Erwerb von Immobilien überhaupt noch lohnt. Dieses Phänomen betrifft aber ebenfalls Ältere wie Jüngere“, so Droege-Knaup. Natürlich gebe es auch K.o.-Kriterien für einen Immobilienkredit. Aber pauschalisieren ließe sich das nicht. „Ein befristeter Arbeitsvertrag muss kein Ausschlussgrund sein. Wir schauen uns die ganz individuelle Situation des Kunden an. Dazu gehören zum Beispiel das Eigenkapital, die familiäre und die Einkommenssituation, insbesondere die Erwartungen für die Zukunft“, so Droege-Knaup. Immerhin müsse der Kunde über einen langen Zeitraum die Schuld tilgen können.

Forderung an die Politik

Beim Verband Wohneigentum in Bonn sieht man die Angelegenheit mit anderen Augen. Von dort kommen Forderungen an die Politik. „Ohne gezielte Rückführung von Abgaben und zuverlässige Förderung wird sich die Situation für junge Familien weiter verschärfen“, sagte Bundesgeschäftsführerin Petra Uertz. Sie forderte, dass die Grunderwerbsteuer für selbstgenutztes Wohneigentum gestrichen werden solle – „grundsätzlich oder durch entsprechende Freibeträge“, so Uertz.

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