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Wie die Deutschen den Lebensstandard im Alter sichern können: Kann nur die Aktie die Rente retten?

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Friedrich von Metzler Foto: Arne Dedert (dpa) Friedrich von Metzler
Frankfurt. 

Friedrich von Metzler ist ein großer Freund der Aktie. Daraus macht der Frankfurter Bankier keinen Hehl. Aber dass sogar Angela Merkel Wertpapiere zu schätzen weiß, war selbst von Metzler neu. „Während eines Gesprächs sagte die Kanzler plötzlich zu mir: Der Deutsche spart falsch, er spart nicht in Aktien“, so von Metzler bei einer Veranstaltung des wirtschaftsnahen Deutschen Aktieninstituts (DAI), bei der die Studie „Lebensstandard im Alter sichern – Rentenlücke mit Aktien schließen“ im Mittelpunkt stand.

Neben dem Bankhaus Metzler waren auch die Fondsgesellschaften der Sparkassen und Volksbanken, Deka und Union Invest, beteiligt. Für die DAI-Chefin Christine Bortenlänger sind Aktien ein probates Mittel, um eine auskömmliche Rente zu erwirtschaften, denn die gesetzliche Rente reiche hierfür bei weitem nicht aus. Bortenlänger bemühte ihr Hobby Bergsteigen, um die Situation für künftige Rentnergenerationen anschaulich zu machen.

„Mit der gesetzlichen Rente kommen wir nur bis zur Mittelstation, wenn überhaupt. Wer zum Gipfel will muss privat vorsorgen“, so die DAI-Chefin. Und das nach Ansicht von Bortenlänger natürlich auch mit Aktien.

In besagter Studie setzen sich die Autoren mit den Herausforderungen auseinander, vor denen die Altersvorsorge in Deutschland steht. „Die Grenzen der Finanzierbarkeit des staatlichen Umlageverfahrens liegen auf der Hand. Der demographische Wandel führt zu einer signifikanten Rentenlücke“, sagt Bortenlänger.

Dabei arbeite die Studie „die langfristigen Renditevorteile von Aktien für die Altersvorsorge heraus“. Darüber hinaus zählt die Expertise andere Länder auf, die durch den Einsatz von Aktien ihre Altersvorsorgesysteme sicher aufgestellt hätten.

Hierzu zählten zum Beispiel die Niederlande und Schweden sowie natürlich die USA und Australien. „Ein langfristig tragfähiges Altersvorsorgekonzept für alle Bürger ist nur mit Kapitaldeckung und dem Einsatz von Aktien zu bewerkstelligen“, so Bortenlänger.

Die derzeit von vielen Politikern favorisierte Lösung, das Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung zu stärken, ist ihrer Ansicht dagegen „nicht zielführend“. „Wir müssen Aktien in eine viel größeren Umfang in der Altersvorsorge einsetzen, um die Rentenlücke zu schließen“, fordert Bortenlänger. Auch für Friedrich von Metzler sind „Aktien insbesondere für die Altersvorsorge ein ideales Anlageinstrument, weil sie auf lange Frist hohe Renditen abwerfen“.

Dabei verweist er auf die Studie, die seiner Ansicht nachweise, dass eine gut diversifizierte Aktienanlage in Zeiträumen von 30 Jahren und mehr eine durchschnittliche Rendite von bis zu zehn Prozent einbringen könne.

„Da die Gelder in der Altersvorsorge über viele Jahrzehnte angelegt werden, kommt hier der Vorteil der langfristigen Aktienanlage voll zum Tragen“, sagt von Metzler. Nach Einschätzung des Bankiers denke „der Deutsche“ beim Thema Substanzwertanlage in der Regel an die Immobilie.

Doch bei Immobilien werde vielfach eine falsche Rechnung aufgemacht. Im Gegensatz zur Beteiligung an einem börsennotierten Unternehmen könnten Immobilien schwer bewertet werden. „Außerdem muss man laufend investieren, um ein Haus oder eine Wohnung in Stand zu halten“, sagt von Metzler.

Um das Augenmerk auf das Aktiensparen zu lenken, zieht Jörg-Matthias Butzlaff, Leiter der Unternehmenskommunikation des Bankhaus Metzler, Parallelen zum Zähneputzen.

Hierbei sei das Wichtigste, sich überhaupt dafür zu entscheiden, die Zähne zu putzen. Welche Zahncreme und welche Bürste man dabei verwende, sei dann eher zweitrangig.

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