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Kassen: Mauern zwischen Praxen und Kliniken gefährlich

Ärzte, wo sie nicht gebraucht werden, Kliniken und Praxen, die nebeneinanderher arbeiten - die Krankenkassen ärgern sich über Wildwuchs der Gesundheitsversorgung. An die Politik haben sie deutliche Forderungen.
Behandlung in einer Arztpraxis. Die Krankenkassen kritisieren „das ungesteuerte Nebeneinander von Fachärzten und Krankenhäusern”. Foto: Bernd Weissbrod Behandlung in einer Arztpraxis. Die Krankenkassen kritisieren „das ungesteuerte Nebeneinander von Fachärzten und Krankenhäusern”. Foto: Bernd Weissbrod
Berlin. 

Patienten in Deutschland sollen künftig nach Forderungen der gesetzlichen Krankenkassen in Klinik und Arztpraxis stärker aus einer Hand versorgt werden.

Vielfach gebe es Mauern zwischen diesen Bereichen, die zu unnötigen Kosten und Risiken für Kranke führten, sagte der Vize-Chef des Kassen-Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg, vor Journalisten in Nauen bei Berlin.

„Das ungesteuerte Nebeneinander von Fachärzten und Krankenhäusern verschlechtert die Versorgung”, sagte von Stackelberg. „Aus einer Hand zu planen, halten wir für die richtige Vorgehensweise.”

Akuten Handlungsbedarf meldeten die Kassen für Notfall-Patienten an. „Stationäre, ambulante Notfallversorgung und Rettungswagen-Notfallversorgung - das sind unterschiedliche Sektoren, die überwunden werden müssen”, sagte von Stackelberg. Leitstellen des Rettungsdienstes und der Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen müssten besser verzahnt werden. Heute kämen Notfallpatienten oft in Kliniken, die ihnen im speziellen Fall gar nicht helfen könnten. „Es ist ja nicht einzusehen, dass ein Rettungswagen das nächstbeste Krankenhaus anfährt - und dort ist gar keine passende Versorgung möglich”, sagte von Stackelberg.

Beim ambulanten Operieren gebe es massive Überkapazitäten, weil dies neben den niedergelassenen Ärzten auch die Krankenhäuser machen dürften. Auch hier sei Planung aus einer Hand dringend nötig. „Das ist überfällig”, so der Kassenfunktionär.

Bei bestimmten anderen Operationen - im Fachjargon: spezialfachärztliche Versorgung - gebe es wiederum ganz andere Probleme. So machten niedergelassene Augenärzte oft OPs und hätten dann weniger Zeit für die normale Versorgung in ihrer Sprechstunde. Patienten hätten dann oft - etwa mit langen Wartezeiten - das Nachsehen.

Kernforderungen des Kassenverbands an die Politik für die kommende Legislaturperiode sind deshalb eine einheitliche Planung für Praxen und Kliniken - und eine einheitliche Vergütung. Heute werden Kliniken und Praxen für bestimmte Therapien und Eingriffen unterschiedlich bezahlt.

Viele Fachärzte ließen sich zudem heute auch dort nieder, wo sie gar nicht gebraucht werden. „Wir brauchen einen Steuerungsmechanismus, wonach die Zulassung eines Arztes in München nicht möglich ist, wenn er dort nicht gebraucht wird, stattdessen aber ein Arztsitz in der Oberpfalz unbesetzt bleibt.”

(dpa)
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