Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Anzeigen

Kohl steht zu Äußerungen über Türken

Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hat seine 30 Jahre alten Äußerungen zur Ausländerpolitik verteidigt. Seine Aussage, er wolle die Zahl der in Deutschland lebenden Türken halbieren, «war damals auch in Deutschland bereits Teil einer hinreichend und breit geführten Debatte zur Ausländerpolitik».

Berlin. 

Altkanzler Kohl, hier 2010 auf der Buchmesse in Frankfurt, wollte Türken abschieben. Foto: Boris Roessler Bild-Zoom Altkanzler Kohl, hier 2010 auf der Buchmesse in Frankfurt, wollte Türken abschieben. Foto: Boris Roessler So heißt in einer am Freitag von seinem Berliner Büro verbreiteten Erklärung.

«Spiegel Online» hatte zuvor unter Berufung auf britische Geheimprotokolle berichtet, Kohl habe kurz nach seiner Amtsübernahme im Jahr 1982 die Hälfte der in Deutschland lebenden Türken nach Hause schicken wollen. In einem Gespräch mit der britischen Premierministerin Margaret Thatcher habe er gesagt, es sei unmöglich, die Türken in ihrer gegenwärtigen Zahl zu assimilieren.

Der Erklärung zufolge, die Kohls Büro laut eigener Auskunft nach persönlicher Rücksprache mit dem Altkanzler verfasst hat, ist Kohls damalige Position in dem britischen Papier korrekt wiedergegeben. Ob er auch heute noch zu seiner damaligen Meinung steht, blieb zwar offen. «Herr Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl wird sich in der aktuellen Debatte nicht weiter äußern», erklärte sein Büro. Allerdings hatte Kohl den Ansatz von 1982 in seiner Politik später ohnehin nicht weiter verfolgt.

Zuwanderer reagierten auf die Enthüllungen gelassen. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, sagte der «Berliner Zeitung» (Samstag): «Heute kann sich die politische Klasse so etwas nicht mehr leisten. Das ist ein Fortschritt.» Der türkischstämmige Bundestagsabgeordnete Memet Kilic (Grüne) erklärte: «Die Enthüllung von Helmut Kohls Gedanken mag neu sein, jedoch sind diese Gedanken seit Jahrzehnten die Linie der Unionsparteien.»

Zur Startseite Mehr aus Politik
Jetzt kommentieren

Nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Mit * gekennzeichnete Felder, sind Pflichtfelder!

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Wie viel ist 12 / 6: 




Mehr aus Politik
Energiewende: enttäuschender Kompromiss Gabriel verteidigt Einigung zu Kohle und Stromnetzen
Eine breite Kohlelobby aus Gewerkschaften, Industrie, Braunkohle-Ländern, Union und Teilen der SPD hat sich letztlich gegen Gabriel durchgesetzt. Foto: Rainer Jensen

Berlin. Bis tief in die Nacht sitzen Merkel, Seehofer und Gabriel im Kanzleramt zusammen, um die großen Streitthemen bei der Energiewende abzuräumen. Dafür wollen sie Stromkunden und Steuerzahlern tief in die Tasche greifen. Auch Umweltschützer sind schwer enttäuscht. mehr

clearing
Abgelehnte Asylbewerber sollen schneller abgeschoben werden
Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl übt scharfe Kritik an der geplanten Reform im Asylrecht. Das Gesetz würde lediglich zu massenhaften Verhaftungen von Flüchtlingen führen. Foto: Fredrik von Erichsen

Berlin. Der Bundestag hat am Donnerstagabend eine umfassende Reform des Aufenthaltsgesetzes verabschiedet. Ausländer, die bislang nur geduldet sind, dürfen in Zukunft längerfristig in Deutschland bleiben, wenn sie gut integriert sind. mehr

clearing
Sparkurs spaltet Griechen und Europa
Angela Merkel und Wolfgang Schäuble wollen das Ergbnis der Volksbefragung abwarten. Foto: Wolfgang Kumm

Athen/Washington/Berlin. Finanzminister oder Finanzen - die Griechen sollen sich entscheiden: Sagen sie „Ja” zum strikten Sparkurs, will der Finanzminister die Brocken hinwerfen. Sagen sie „Nein”, bekommen sie wohl kein frisches Geld von den Europartnern. mehr

clearing
UN erklären höchste Nothilfestufe für Jemen
Rauchwolken über Jemens Hauptstadt Sanaa. Im Jemen kämpfen seit einigen Monaten schiitische Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten gegen Anhänger von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi. Foto: Yahya Arhab

New York. Seit Monaten kämpfen im Jemen schiitische Huthi-Rebellen gegen Anhänger von Präsident Hadi. Kämpfe und Luftangriffe haben massive Schäden angerichtet. Millionen Menschen brauchen dringend Hilfe. mehr

clearing
Neue Spionagevorwürfe belasten Verhältnis zu USA
Der US-amerikanische Botschafter John B. Emerson wurde von Kanzleramtschef Altmaier wegen der NSA-Affäre einbestellt. Foto: Uwe Zucchi/Archiv

Berlin. Der US-Geheimdienst NSA soll neben der Kanzlerin auch Minister und Spitzenbeamte belauscht haben. Die Regierung zitiert den Botschafter ins Kanzleramt. Im NSA-Ausschuss weist Ex-Amtschef Pofalla alle Vorwürfe von sich. mehr

clearing
Tunesische Polizei nimmt acht Terror-Verdächtige fest
Die Verdächtigen sollen in Terrorlagern in Libyen ausgebildet worden sein. Foto: Mohamed Messara

Tunis. Der Attentäter von Sousse hatte offenbar Verbindungen zu radikalen Gruppen. Genauso wie mehrere Festgenommene soll der Student im Nachbarland Libyen in einem Terrorlager gewesen sein. mehr

clearing

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv Themen Mediadaten Kontakt Impressum Datenschutz AGB

© 2015 Frankfurter Neue Presse