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Kolumbiens Regierung verlängert Waffenruhe mit Farc-Guerilla

Kolumbiens Präsident Santos, gerade mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, will den vom Volk knapp abgelehnten Friedensvertrag mit den Farc-Rebellen retten. Eine weitere Verlängerung der Waffenruhe soll beiden Seiten mehr Zeit zum Nachverhandeln einräumen.
Handschlag: Präsident Juan Manuel Santos (l.) und der Farc-Führer Rodrigo Londono Echeverri alias "Timochenko" beim Friedensschluss vor knapp zwei Wochen. Foto: Mauricio Duenas Castaneda Handschlag: Präsident Juan Manuel Santos (l.) und der Farc-Führer Rodrigo Londono Echeverri alias "Timochenko" beim Friedensschluss vor knapp zwei Wochen. Foto: Mauricio Duenas Castaneda
Bogotá. 

Kolumbiens Regierung hat die Waffenruhe mit der linken Farc-Guerilla bis Ende des Jahres verlängert und damit ihren Willen zur endgültigen Beilegung des Konflikts unterstrichen.

Der 31. Dezember sei zwar kein Ultimatum, aber die neuen Verhandlungen über einen Friedensvertrag müssten zügig vorankommen, sagte Präsident Juan Manuel Santos in einer TV-Ansprache: „Die Zeit arbeitet gegen den Frieden und das Leben.”

„Ein Student hat mich daran erinnert, dass es in der Armee und in der Guerilla junge Leute gibt, die die Entwicklung mit der Hoffnung verfolgen, nie wieder schießen zu müssen”, fügte Santos hinzu. Regierung und Farc hatten bereits im September ein Friedensabkommen unterzeichnet, um den seit Jahrzehnten andauernden Konflikt mit mehr als 220 000 Toten in dem südamerikanischen Land zu beenden.

Allerdings wurde der Vertrag am 2. Oktober in einer Volksabstimmung knapp abgelehnt. Die Gegner kritisierten vor allem die geplante politische Beteiligung der Farc und die relativ milden Strafen für die Rebellen. Es ist bereits die zweite Verlängerung der Waffenruhe. Diese galt ursprünglich nur bis zum Referendum. Nach dem „Nein”-Votum hatte der Präsident sie zunächst bis zum 31. Oktober verlängert.

Santos, der am vergangenen Freitag den Friedensnobelpreis zugesprochen bekam, versucht, Nachbesserungen auszuhandeln. Die Unterhändler der Regierung und der „Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens” (Farc) kamen bereits in Kubas Hauptstadt Havanna zusammen, um die Gespräche wieder aufzunehmen. Fraglich ist, ob die Guerillavertreter bereit sind, die Eckpunkte des Friedensabkommens zu verändern. Ihre Bereitschaft zu einer Einigung haben die Rebellen aber signalisiert.

Am Mittwoch hatten in mehreren Städten Kolumbiens Zehntausende Menschen für die Umsetzung des Friedensvertrages demonstriert. Der Konflikt zwischen Guerilla, Militär und rechten Paramilitärs geht bis ins Jahr 1964 zurück.

(dpa)
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Handschlag: Präsident Juan Manuel Santos (l.) und der Farc-Führer Rodrigo Londono Echeverri alias "Timochenko" beim Friedensschluss vor knapp zwei Wochen. Foto: Mauricio Duenas CastanedaDie Gegner des Friedensvertrags kritisierten vor allem die Strafnachlässe für die Guerilleros und die geplante politische Beteiligung der Farc. Foto: Mauricio Duenas CastanedaKolumbiens tiefe Wunden: Mehr als 50 Jahre lang kämpfte die Farc wie hier mit massiven Bombenanschlägen gegen die kolumbianische Regierung. Foto: Archiv
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