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Konkurrenzkampf in der AfD spitzt sich zu

Die AfD wählt einen neuen Parteivorstand - der Kampf um die Petry-Nachfolge könnte heftig werden. Vor dem Parteitag am Wochenende hat der Chef der Berliner Landtagsfraktion seine Ambitionen nochmals untermauert, ein anderer lässt sich nicht in die Karten blicken.
Unter großen Sicherheitsvorkehrungen findet am Wochenende im HCC in Hannover der 8. Bundesparteitag der Alternative für Deutschland statt. Foto: Julian Stratenschulte Unter großen Sicherheitsvorkehrungen findet am Wochenende im HCC in Hannover der 8. Bundesparteitag der Alternative für Deutschland statt.
Hannover/Berlin. 

Vor dem brisanten AfD-Parteitag an diesem Wochenende hat Überraschungskandidat Georg Pazderski seine Absicht bekräftigt, für den Spitzenposten zu kandidieren.

Der Chef der Berliner AfD-Landtagsfraktion sagte am Freitag, es sei zwar noch nicht klar, wer sonst noch antreten wolle, „meine Kandidatur steht jedenfalls fest und ich glaube an den Erfolg”. Die von ihm geführte Berliner AfD sei ein innerparteiliches „Musterbeispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Ost und West”. 

Mit dieser Argumentation wollte Pazderski offensichtlich kritische Äußerungen des Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion, Alexander Gauland, kontern. Gauland hatte erklärt, er wünsche sich neben dem aktuellen Parteivorsitzenden Jörg Meuthen in Zukunft ein AfD-Mitglied aus den östlichen Bundesländern an der Spitze der Partei.

Gauland gehört dem Landesverband von Brandenburg an. Ob er auf dem Bundesparteitag der AfD am Samstag in Hannover selbst für den Spitzenjob kandidieren will, ließ Gauland bis zuletzt offen. Anders als Alice Weidel, die gemeinsam mit ihm die Bundestagsfraktion leitet, hat sich Gauland bislang nicht positiv über Pazderskis Kandidatur geäußert. Pazderski hatte seine Kandidatur erst diese Woche bekanntgegeben, er würde die Partei gerne gemeinsam mit Meuthen führen.

Pazderski gilt in der AfD als Vertreter des gemäßigten Lagers, während Gauland stets großes Verständnis für den rechtsnationalen Flügel um den Thüringer Landeschef Björn Höcke aufgebracht hat. 

Weidel erklärte, sie selbst habe keinen Ambitionen, Parteichefin zu werden. „Ich bin nicht in diesem Sprecher-Poker drin, ich bin Fraktionsvorsitzende”, sagte sie am Freitag in Hannover. Einen anderen Posten im Bundesvorstand werde sie indes nicht ablehnen. „Viele wünschen sich, dass ich auch im künftigen Bundesvorstand eine Rolle spiele.”

Gauland riet seiner Partei, nicht voreilig an die Macht zu streben. Der Tag für die Übernahme von Regierungsverantwortung werde zwar kommen. „Das können wir aber erst, wenn wir auf Augenhöhe mit den anderen Parteien sind, wie unsere österreichischen Partner von der FPÖ”, sagte er der „Passauer Neuen Presse” (Freitag). „Die AfD sollte die Regierungsperspektive nicht zu früh anpeilen, sonst wird sie über den Tisch gezogen.”

Unterdessen haben AfD-Gegner Großkundgebungen und Blockaden angekündigt. Zu zwei Kundgebungen am Samstag werden im Zentrum der niedersächsischen Landeshauptstadt laut Polizei rund 8500 Teilnehmer erwartet. Eine Protestgruppe kündigte Blockaden rund um das Kongresszentrum in Hannover, dem Ort des Parteitags, an. Für Freitagabend war ein erster Demonstrationszug geplant.

Die Polizei bereitet sich auf Straßenblockaden und Krawalle vor. „Mit Protestaktionen vielfältigster Art ist zu rechnen”, sagte Polizeidirektor Uwe Lange am Freitag. „Letztendlich geht es den Protestlern darum, den AfD-Bundesparteitag zu verhindern.” Das Kongresszentrum soll unter anderem mit Nato-Stacheldraht gegen ein mögliches Vordringen von AfD-Gegnern geschützt werden.

(dpa)
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