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Hessen bietet viele Präventionsprojekte an: Längeres Überleben mit Krebs

Von Die Krebs-Diagnose ist auch heute noch ein Schock für viele Patienten. Auch in Hessen nehmen wie im Bund die Neuerkrankungen an Krebs zu – außer bei den Darm-Tumoren.
Zellen von „schwarzem Hautkrebs“ auf dem Monitor Foto: Bernd Wüstneck (dpa-Zentralbild) Zellen von „schwarzem Hautkrebs“ auf dem Monitor
Frankfurt. 

Die Zahl der Krebs-Neuerkrankungen hat sich in Deutschland seit 1970 fast verdoppelt. Im Jahr 2013 erkrankten etwa 482 500 Menschen an bösartigen Tumoren, wie aus dem erstmals vorgestellten „Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland“ hervorgeht. Im gleichen Jahr starben knapp 223 000 Menschen an den Folgen von Krebs. Trotzdem leben Betroffene nach einer Diagnose wegen des medizinischen Fortschritts heute deutlich länger als noch vor zehn Jahren, wie Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte.

Begründet wird die Zunahme der Fälle mit der älter werdenden Gesellschaft. Bei vielen Krebsarten steige das Erkrankungsrisiko mit dem Alter. Rechne man den Altersaspekt heraus, sei bei einigen Krebsarten in den vergangenen Jahren eine Trendwende zu beobachten, heißt es im Bericht. Auch in Hessen nehmen wie im Bund die absoluten Zahlen der Neuerkrankungen an Krebs im Zeitverlauf zu, so Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU).

Beim Darmkrebs sei in Hessen wie im Bund ein deutlicher Rückgang der Neuerkrankungsraten zu verzeichnen. Bei Magenkrebs und Lungenkrebs entsprächen die hessischen den bundesweiten Trends.

Die Zahlen aus Hessen

„Den bundesweit zu verzeichnenden Anstieg der Raten von Leberkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs können wir in Hessen aufgrund kleiner Fallzahlen noch nicht nachweisen. Bei anderen Krebsarten wie Brustkrebs, Melanom und Gebärmutterhalskrebs entsprechen die hessischen Trends weitgehend den bundesweiten“, so der Minister weiter.

Vor fünf Jahren wurden rund 25 500 bösartige Krebsneuerkrankungen in Hessen registriert. Davon entfielen 13 300 Neuerkrankungen auf Männer und 12 200 auf Frauen. Brustkrebs war mit einem Anteil von 37,2 Prozent an allen bösartigen Krebsarten die am häufigsten im Krebsregister dokumentierte Erkrankung unter hessischen Frauen, gefolgt von Darmkrebs (13,6 Prozent) und Lungenkrebs (6,1 Prozent). Bei den Männern lagen nach dem Prostatakrebs (29,9 Prozent) ebenfalls Darmkrebs (15,4 Prozent) und Lungenkrebs (10,6 Prozent) auf den folgenden Rangplätzen. Im Zeitraum von 1998 bis 2011 stieg die Zahl der Krebstodesfälle in Hessen um 4,6 Prozent und erreichte im Jahr 2011 die Zahl von 15 300, darunter 8100 Männer und 7200 Frauen. Dies entsprach einem Anteil von 26 Prozent an allen Sterbefällen in Hessen.

In Sachen Prävention verweist Grüttner darauf, dass bereits 2012 die 1. Hessische Krebspräventionsinitiative „Du bist kostbar – Hessen gegen Krebs“ gestartet worden sei. Seitdem hätten die Stiftung Leben mit Krebs, die Hessische Krebsgesellschaft und das Hessische Ministerium für Soziales und Integration viele verschiedene Aktionen und Projekte durchgeführt.

Projekte gefördert

Auch mit der jährlich durchgeführten Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“ würden Sport- und Bewegungsprojekte vor Ort gefördert. Mit dem Programm „Kampf dem Krebs am Arbeitsplatz“ setze das Land bundesweit Impulse für Krebskranke und ihre Angehörigen. Darüber hinaus arbeite die Hessische Landesregierung am Aufbau des Hessischen Krebsregisters als Maßnahme zur Verbesserung der onkologischen Versorgung.

„Hessen ist das erste Flächenland in Deutschland, dass das Bundeskrebsfrüherkennungs- und -registrierungsgesetz bereits in Landesrecht umgesetzt hat“, sagt Grüttner. Zusätzlich habe Hessen das Pilotprojekt Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs im vergangenen Herbst gestartet. Bundesweit sei erstmalig im südhessischen Teil der Rhein-Neckar-Region bei Mädchen ein Schulimpfprogramm gegen den Gebärmutterhalskrebs an Grundschulen durchgeführt worden.

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