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Aktionen in Deutschland: Linke Aktivisten benennen Straßen nach NSU-Opfern um

Die undatierte Aufnahme, von der Interventionistischen Linken auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht, zeigt das mit «Habil-Kilic-Platz» überklebte Straßenschild des Platzes der Republik vor dem Reichstag. | Foto: - (Interventionistische Linke) Die undatierte Aufnahme, von der Interventionistischen Linken auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht, zeigt das mit «Habil-Kilic-Platz» überklebte Straßenschild des Platzes der Republik vor dem Reichstag. |
Berlin/Frankfurt. 

Einen Tag vor dem Urteil im NSU-Prozess haben linke Aktivisten am Dienstag in mehr als 20 Städten rund 200 Straßen mit den Namen der Opfer des Terrornetzwerks versehen. Für die «Umbenennungen» seien vor allem Straßen ausgesucht worden, die NS-belastete Namen trügen und die längst hätten umbenannt werden müssen, teilte die Interventionistische Linke (IL) am Dienstag mit. In Hessen gab es den Angaben zufolge Aktionen unter anderem in Frankfurt, Darmstadt und Marburg.

Mit der Aktion wolle man «das Ausmaß rassistischer Gewalt sichtbar machen und den Opfern des NSU und ihren Angehörigen Respekt erweisen», hieß es. Zudem äußerte die IL Kritik an den Behörden und an der Bundesanwaltschaft. Diese habe die Aufklärung des Terrornetzwerks verhindert und staatliche Beteiligung vertuscht.

An diesem Mittwoch will das Münchner Oberlandesgericht das Urteil gegen Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte im NSU-Prozess verkünden. Zschäpe war nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft eines von drei Mitgliedern des «Nationalsozialistischen Untergrunds». Sie sei als Mittäterin für alle Verbrechen verantwortlich, die ihre beiden Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt verübt haben. Dazu gehören zehn Morde. Neun der Opfer waren Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft. Die Motive sollen Fremdenhass und Hass auf den Staat gewesen sein.

Mit bislang 437 Verhandlungstagen und einer Dauer von mehr als fünf Jahren war der NSU-Prozess ein Mammutprozess. Trotzdem blieben viele Fragen offen, etwa, ob zum «Nationalsozialistischen Untergrund» noch weitere Menschen gehörten. Zudem gab es massive Vorwürfe gegen die Behörden etwa zu fehlenden Aussagegenehmigungen für Geheimdienstler und geschredderten Akten.

(dpa)

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