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Lobhudelei zuhauf: Spott über bizarre Trump-Kabinettssitzung

Auf Barack Obamas Ex-Berater David Axelrod wirkte Donald Trumps Kabinettssitzung „nordkoreanisch”: Die übertrieben überschwänglichen Danksagungen seiner Minister sorgten weltweit für beißenden Spott.
Das mag er gern: US-Präsident Donald Trump hört im Weißen Haus den bizarren Lobhudeleien seiner Minister zu. Foto: Andrew Harnik Das mag er gern: US-Präsident Donald Trump hört im Weißen Haus den bizarren Lobhudeleien seiner Minister zu. Foto: Andrew Harnik
Washington. 

US-Präsident Donald Trump und seine Kabinettsmitglieder haben sich mit einer bizarren Kabinettssitzung Hohn und Spott im In- und Ausland eingehandelt. Trump hatte fünf Monate nach Amtsantritt erstmals sein gesamtes Kabinett um sich versammelt.

Wie bei einer Schulveranstaltung hatte er vor laufenden Kameras seine Kabinettskollegen um eine Vorstellungsrunde gebeten. Die Minister nutzten diese, um in übertrieben-überschwänglicher Weise dem Präsidenten zu huldigen.

Vizepräsident Mike Pence etwa erklärte, es sei „das größte Privileg seines Lebens, als Vizepräsident dem Präsidenten zu dienen, der seine Versprechen dem Volk gegenüber einlöst.” Arbeitsminister Alexander Acosta sagte: „Ich möchte Ihnen danken, für ihr Bekenntnis zu den amerikanischen Arbeitern.” Der aus Mississippi kommende Landwirtschaftsminister Sonny Perdue sagte zu Trump: „Sie werden dort geliebt.”

Trump verteilte seinerseits Lob, wie man es üblicherweise Schulkindern zuteil werden lässt. „Good job!”, sagte zum Chef der Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt. „Very good, Daniel!”, bekam Geheimdienstdirektor Daniel Coats zu hören.

Der Oppositionsführer im Senat, Chuck Schumer, versammelte sogleich ein paar Mitarbeiter um sich und stellte davon ein Video ins Netz. „Das beste Personal in der Geschichte der Welt”, sagte er. Er ließ sich zum Spaß von seinen Leuten über den grünen Klee loben. „Niemand hat schönere Haare als Sie”, sagte eine Mitarbeiterin.

Kommentatoren bezeichneten die gestellten Lobeshymnen an Trump als „peinlich”. Der ehemalige Berater von Präsident Barack Obama, David Axelrod, erklärte: „Auf mich wirkte das nordkoreanisch.” In dem abgeschotteten kommunistischen Land gibt es einen ausufernden Personenkult um Machthaber Kim Jong Un.

(dpa)
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