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Machtteilung soll dem Südsudan Frieden bringen

Wieder einigen sich die Rivalen Kiir und Machar auf einen Frieden. Wieder wollen sie Hand in Hand den bitterarmen Südsudan regieren. Der Machtkampf hat dem Land Hunger, Elend und Millionen Vertriebene gebracht. Kommt jetzt die Wende?
Riek Machar (l), ehemaliger Vize-Präsident von Südsudan, begrüßt Salva Kiir (r), den Präsidenten von Südsudan. Foto: Stephen Wandera/AP Riek Machar (l), ehemaliger Vize-Präsident von Südsudan, begrüßt Salva Kiir (r), den Präsidenten von Südsudan.
Khartum. 

Nach mehrjährigem Bürgerkrieg haben sich die Konfliktparteien im Südsudan auf eine Teilung der Macht geeinigt.

Bei einem Treffen im Nachbarland Sudan einigten sich Präsident Salva Kiir und sein Widersacher und früherer Stellvertreter Riek Machar sowie ein Bündnis von Rebellengruppen auf eine umfassende Friedensregelung. Das teilte der sudanesische Außenminister Al Dirdiri Mohamed der Deutschen Presse-Agentur mit. Alle verpflichteten sich zu einer Waffenruhe.

Kiir erklärte im südsudanesischen Fernsehen, Machar werde in einer Übergangsregierung wieder Vizepräsident werden. Daneben werde es vier nachrangige Vizepräsidenten geben. Das Kabinett werde 35 Minister umfassen und es werde 550 Abgeordnete geben. Wirtschafts- und Menschenrechtsfragen sollen auf einem Folgetreffen in Kenia besprochen werden.

Die Einigung soll einen Krieg beenden, der zur Flucht von vier Millionen Menschen - etwa einem Drittel der Bevölkerung - geführt hat. Zehntausende wurden in dem Konflikt getötet.

„Ich glaube, dass dieses Abkommen im Geiste der Gemeinschaft umgesetzt werden wird”, sagte Kiir. „Wer immer dieses Abkommen unterzeichnet hat, wird ihm verpflichtet bleiben, so dass wir das Leiden unserer Völker beenden können.”

Der ölreiche Vielvölkerstaat Südsudan ist erst seit 2011 vom Sudan unabhängig. 2013 brach ein Konflikt zwischen den Anhängern Kiirs vom Volk der Dinka und denen Machars vom Volk der Nuer aus. Im August 2015 unterzeichneten Kiir und Machar nach internationaler Vermittlung bereits ein Friedensabkommen, das eine Teilung der Macht vorsah. 2016 brachen jedoch neue Kämpfe aus. Kiir warf Machar einen Putschversuch vor, und Machar floh ins Ausland.

Ende Juni einigten sich beide Kontrahenten in Khartum auf einen dauerhaften Waffenstillstand, die Freilassung politischer Gefangener und Korridore für humanitäre Hilfe. Allerdings wollten die Rebellengruppen nicht Machars Wiedereinsetzung als Vizepräsidenten akzeptieren.

Wegen Gewalt und Vertreibung ist die Landwirtschaft in weiten Teilen des Landes zum Erliegen gekommen. Knapp fünf Millionen Menschen sind auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Für 2018 rechnen die UN mit 1,1 Millionen akut Mangelernährten.

(dpa)
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