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Merkel über Trumps Mauerbau: „Wird das Problem nicht lösen”

US-Präsident Trump will an der Grenze zu Mexiko eine Mauer errichten. Damit sollen Drogenschmuggel und illegale Migration gestoppt werden. Die Bundeskanzlerin sagt offen, was sie davon hält: sehr wenig.
Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Palacio National in Mexiko-Stadt von Präsident Enrique Pena Nieto mit militärischen Ehren begrüsst. Foto: Michael Kappeler Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Palacio National in Mexiko-Stadt von Präsident Enrique Pena Nieto mit militärischen Ehren begrüsst. Foto: Michael Kappeler
Mexiko-Stadt. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat indirekt die Pläne des US-Präsidenten Donald Trump kritisiert, zur Abwehr illegaler Einwanderung eine gigantische Mauer entlang der Grenze zu Mexiko zu bauen.

„Das Errichten von Mauern und Abschottung wird das Problem nicht lösen”, sagte sie bei einer Diskussion über Wirtschaftsfragen mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto in Mexiko-Stadt. „Das Wichtigste ist, Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen.”

Trump will an der über 3000 Kilometer langen Grenze zwischen den USA und Mexiko eine Mauer errichten, um illegale Migration und Drogenschmuggel zu stoppen. Seinen Anhängern versprach er, Mexiko für das Bauwerk zahlen zu lassen. Die mexikanische Regierung lehnt das strikt ab.

Schlepperbanden und Menschenhändler müssten freilich bekämpft werden, sagte Merkel. „Das ist eine große Herausforderung, aber durch die Verbesserungen der Grenzanlagen wird man das Thema nicht lösen können.”

Sie erinnerte an die antiken Weltreiche von China und Rom. „Nur wenn große Imperien es geschafft haben, mit ihren Nachbarn vernünftige Beziehungen aufzubauen und die Wanderungsbewegungen zu steuern, waren sie erfolgreich”, sagte die Bundeskanzlerin.

Jedes Jahr versuchen Zehntausende Menschen aus Lateinamerika, über Mexiko in die USA zu gelangen. Vor allem aus Mittelamerika fliehen viele vor der Gewalt der mächtigen Jugendbanden. Die sogenannten Maras kontrollieren dort ganze Stadtviertel und zwangsrekrutieren junge Menschen. Die Nettoeinwanderung aus Mexiko selbst in die USA hingegen ist schon seit Jahren negativ.  

Auch in den Wirtschaftsbeziehungen warb Merkel für Offenheit. „Wir fühlen uns den gleichen Prinzipien verpflichtet: offener und fairer Handel zum Nutzen aller”, sagte sie auf dem Podium an der Seite von Präsident Peña Nieto. „Wirtschaftliche Kooperation ist einer der wichtigsten Pfeiler unserer Brücke der Zusammenarbeit.”

Die moderne, digitale Industrieproduktion sei eine große Herausforderung, biete aber auch Chancen. „Arbeitnehmer müssen lebenslang weiterlernen”, sagte Merkel. „Dann werden ihre Arbeitsplätze sicher sein.” Sie lud mexikanische Unternehmen ein, sich und ihre Produkte auf der Hannover Messe im kommenden Jahr in Deutschland vorzustellen.

Über 1900 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung sind in Mexiko registriert, darunter Industrieriesen wie VW, BASF und Bayer. Gemeinsam beschäftigen sie rund 120 000 Mitarbeiter und erwirtschaften rund acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Deutschland ist der sechstwichtigste Investor in Mexiko. Seit 1999 flossen rund 14,7 Milliarden Dollar in das Land. Im kommenden Jahr wird Mexiko Gastland der Hannover Messe sein.

Das Handelsvolumen beträgt knapp 18 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Es könnte mehr werden: Angesichts der protektionistischen Wirtschaftspolitik von US-Präsident Trump will Mexiko seine Beziehungen mit anderen Regionen stärken. Derzeit wird das Freihandelsabkommen mit der EU aktualisiert.

(dpa)
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