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Migration bleibt mit Millionen Auswanderern Dauerthema

Rund 23 Millionen Menschen weltweit treffen Vorbereitungen, um auszuwandern. Diese Zahl nennt eine UN-Behörde. Auch wenn längst nicht alle ihre Pläne umsetzen, bleibt das Thema brisant.
Flüchtlinge warten 2015 an der deutsch-österreichischen Grenze. Foto: Sebastian Kahnert Flüchtlinge warten 2015 an der deutsch-österreichischen Grenze. Foto: Sebastian Kahnert
Genf/Berlin. 

Die internationale Behörde für Migration IOM geht davon aus, dass der Auswanderungsdruck sobald nicht nachlässt.

Weltweit sei die Zahl der Menschen mit Auswanderungsplänen in den vergangenen Jahren leicht gestiegen, berichtete die UN-Organisation als Ergebnis einer Analyse von Umfragedaten der Jahre 2010 bis 2015. Deutschland stand dabei weit oben auf der Liste beliebter Zielländer. Die Datenexperten gehen von schätzungsweise 23 Millionen Menschen aus, die mehr als nur vage Pläne haben. Zu den konkreten Vorbereitungen zählten etwa Geld sparen, Sprache lernen und Visa-Anträge stellen.

„Zwar gibt es weniger Menschen mit Auswanderungsplänen als oft angenommen wird, aber der leichte Aufwärtstrend weltweit bedeutet, dass die Migration andauern wird”, sagte IOM-Generaldirektor William Swing der Deutschen Presse-Agentur. Seine Organisation wollte die Zahlen am Dienstag in Genf vorlegen.

Die Auswertung der Umfragen des Gallup-Instituts in etwa 160 Staaten zeigt laut der Behörde auch, dass 710 Millionen Menschen sich grundsätzlich vorstellen können, irgendwann das Land zu wechseln. 66 Millionen davon gaben an, Pläne für die kommenden zwölf Monate zu haben. Es habe 2015 fünf Prozent mehr Erwachsene mit Auswanderungsplänen gegeben als 2010.

Allerdings äußerte weniger als ein halbes Prozent der Menschen, den Wechsel konkret vorzubereiten. Und wenn es an die reale Umsetzung geht, sinken die Zahlen weiter: Die Fachleute verglichen die in den Umfragen geäußerten Wünsche mit den erfassten Migrationszahlen: Danach wandern drei mal weniger Menschen aus als die Gruppe, die über Vorbereitungen spricht. „Migrationsabsichten zu verstehen, kann helfen, uns auf künftige Migrationsbewegungen besser einzustellen”, erläuterte IOM-Chef Swing.

Die USA bleiben der Studie nach das beliebteste Ziel für Menschen mit Migrationsplänen. Deutschland liegt nach den IOM-Zahlen auf Platz sechs der Wunschliste hinter Großbritannien, Saudi-Arabien, Kanada und Frankreich. Insgesamt gebe einer von drei Menschen mit Migrationswunsch an, dass er in ein Entwicklungsland übersiedeln wolle.

Die Hälfte der Migrationswilligen lebt danach in 20 Staaten, angeführt von Nigeria und Indien. Acht davon sind afrikanische Länder. Insgesamt geht die Migrationsbehörde der Vereinten Nationen davon aus, dass es aktuell 244 Millionen Migranten weltweit gibt. Deutschland hatte 2015 einen Höhepunkt der Zuwanderung erlebt mit rund zwei Millionen Ankömmlingen. Zugleich hatten rund eine Million Menschen ihren Wohnsitz hier abgemeldet.

(dpa)
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