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Nationalisten stehen vor Wahlsieg in Bosnien-Herzegowina

Bosnien-Herzegowina steckt seit Jahren in der Sackgasse. Wahlen könnten die Politik ändern. Doch warum stehen dann wieder die Nationalisten vor einem Sieg?
Unterstützer des Präsidenten der Republik Srpska, Milorad Dodik, schwenken bei einer Wahlkundgebung serbische Fahnen. Bilder > Foto: Darko Vojinovic/AP Unterstützer des Präsidenten der Republik Srpska, Milorad Dodik, schwenken bei einer Wahlkundgebung serbische Fahnen.
Sarajevo. 

Die Parlaments- und Präsidentenwahlen in Bosnien-Herzegowina sind erneut auf geringes Interesse der rund 3,4 Millionen Wähler gestoßen.

Die Beteiligung sei ähnlich niedrig wie bei der letzten Abstimmung gewesen, als am Ende nur gut die Hälfte der Stimmberechtigten teilgenommen hatte, berichtete die staatliche Wahlkommission in Sarajevo. Offensichtlich sind die Menschen vom Reformstau, der wirtschaftlichen und sozialen Misere sowie vom Streit zwischen den drei Nationen des kleinen Balkanlandes ermüdet.

Die geringe Beteiligung spielt den nationalistischen Parteien in die Hände, die ihre Anhänger in der überdimensionierten Staatswirtschaft und der überbordenden öffentlichen Verwaltung mobilisiert hatten. Wie vor vier Jahren könnte das wieder zum Sieg der Nationalisten führen. Die Parteien hatten Kontrollsysteme entwickelt, um die Stimmabgabe von Bürgern sicherzustellen, die über die Partei Arbeitsplätze erhalten hatten. Noch kurz vor der Abstimmung waren hunderte neue Arbeitsplätze geschaffen und besetzt worden.

Bei der komplizierten Wahl am Sonntag mussten die Bürger über die Zusammensetzung der dreiköpfigen Staatsspitze, des Bundesparlaments und der Parlamente der beiden fast unabhängigen Landesteile entscheiden. Daneben standen die Präsidenten dieser beiden Hälften sowie noch zahlreiche staatliche Institutionen unterhalb dieser Ebene zur Wahl.

Das Land steckt seit vielen Jahren in der Selbstblockade, weil die muslimischen Bosniaken (rund die Hälfte der Bevölkerung), die orthodoxen Serben (ein Drittel) und die katholischen Kroaten (15 Prozent) nach Kräften gegeneinander arbeiten.

(dpa)
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