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Nato rüstet sich mit neuen Hauptquartieren gegen Russland

Die Zeiten, in denen in der Nato gedacht wurde, dass von Russland keine Gefahr mehr ausgeht, sind vorbei. Das Bündnis zieht Konsequenzen.
Eine Flagge der Nato weht in Brüssel im Wind. Foto: Daniel Naupold Eine Flagge der Nato weht in Brüssel im Wind.
Brüssel. 

Rund drei Jahrzehnte nach Ende des Kalten Krieges verstärkt die Nato erstmals wieder ihre Kommandostrukturen. Die Verteidigungsminister der Bündnisstaaten berieten in Brüssel über die Pläne für den Aufbau von zwei neuen Hauptquartieren.

Sie sind Reaktion auf die als aggressiv wahrgenommene Politik Russlands. „Die Kommandostruktur muss sich verändern, wenn sich das Sicherheitsumfeld verändert”, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Die Allianz will zwei neue Planungs- und Führungszentren aufbauen. Ein Hauptquartier soll Truppenverlegungen innerhalb Europas führen. Das zweite soll Marineeinsätze im Atlantik steuern können, um im Kriegsfall den Seeweg zwischen den USA und Europa freizuhalten.

Detailplanungen sollen nun bis zum Treffen der Verteidigungsminister im Februar erfolgen. Unklar ist beispielsweise noch, ob eines der neuen Hauptquartiere in Deutschland angesiedelt wird und wie viel zusätzliches Personal zur Verfügung gestellt wird.

Um Russland abzuschrecken, wurden zuletzt bereits mehrere Tausend Nato-Soldaten im Baltikum und in Polen stationiert, die im Ernstfall von einer neuen und besonders schnellen Eingreiftruppe Verstärkung bekommen sollten.

Die Änderungen an der Kommandostruktur stellen eine weitere Kehrtwende der Nato im Vergleich zur Politik nach dem Ende des Ost-West-Konflikts dar. Im Zuge der Entspannungspolitik waren die Strukturen enorm reduziert worden. Von den 33 Hauptquartieren, die es früher gab, sind nach Nato-Angaben heute nur noch 7 übrig. Die Personalstärke der Hauptquartiere sank von 22 000 auf 6800 Mitarbeiter.

Die derzeitige Struktur wird allerdings als nicht mehr ausreichend für die aktuelle Sicherheitslage angesehen. In einem als geheim eingestuften Nato-Bericht ziehen Militärs Zweifel daran, ob die Allianz derzeit angemessen und schnell genug auf einen russischen Überraschungsangriff reagieren könnte. Vor allem östliche Bündnispartner halten ein solches Szenario nach den Ereignissen in der Ukraine nicht für völlig ausgeschlossen.

„Wir brauchen eine Kommandostruktur, die sicherstellen kann, dass die richtigen Truppen am richtigen Ort sind - mit der richtigen Ausrüstung und zur richtigen Zeit”, sagte Stoltenberg am Mittwoch. Nur so könne in Europa eine glaubwürdige Abschreckung sichergestellt werden. Gleichzeitig machte er klar, dass sich auch die EU und die Privatwirtschaft an den Anstrengungen beteiligen müssten.

Die zivile Infrastruktur - Straßen, Schienennetze und Flughäfen - müsse militärischen Anforderungen entsprechen, sagte der Norweger. „Die nationalen Regierungen, der private Sektor und die Europäische Union haben Schlüsselrollen”, sagte Stoltenberg.

(Von Nico Pointner und Ansgar Haase, dpa)
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