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Papstreise: Papst Franziskus trifft in Myanmar Suu Kyi

In Myanmar hat der Papst eine Art Redeverbot auferlegt bekommen. Doch hält er sich daran, lieber nicht zu direkt auf die Krise der verfolgten Rohingya-Minderheit einzugehen? Ein Treffen mit Regierungschefin Aung San Suu Kyi wird es zeigen.
Papst Franziskus begrüßt Myanmars Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Foto: Max Rossi/Pool Reuters Papst Franziskus begrüßt Myanmars Regierungschefin Aung San Suu Kyi.
Rom. 

Papst Franziskus trifft heute in Myanmar die international umstrittene Regierungschefin des Landes, Aung San Suu Kyi. Die Friedensnobelpreisträgerin wird dafür kritisiert, dass sie das Militär bei der Verfolgung der muslimischen Minderheit der Rohingya gewähren lasse.

Bei dem Treffen in Myanmars Hauptstadt Naypyidaw wird mit Spannung erwartet, ob sich der Papst direkt zu dem Konflikt äußert und das Wort „Rohingya” ausspricht. Die katholische Kirche vor Ort hatte ihm davon abgeraten, um den Konflikt nicht weiter zu schüren. 

In Myanmar ist das Wort nicht erwünscht, weil die Rohingya damit als eigene Ethnie anerkannt werden - die Behörden des mehrheitlich buddhistischen Landes lehnen das jedoch ab und sehen in den Rohingya „Eindringlinge” aus Bangladesch, die keinerlei Rechte haben. Mehr als 620.000 Menschen sind vor brutaler Gewalt ins benachbarte Bangladesch geflüchtet. Die Vereinten Nationen sprechen von „ethnischer Säuberung”. Von Myanmar reist das Katholiken-Oberhaupt am Donnerstag weiter ins mehrheitlich muslimische Bangladesch. 

Oliver Müller, Leiter von Caritas international, fordert vom Papst, dass er sich klar für die muslimische Minderheit einsetzt. Er müsse jedoch die richtigen Worte finden, um nicht Hass gegen die Christen heraufzubeschwören, sagte er dem Inforadio vom RBB.

Franziskus ist am zweiten Tag seines Besuchs bereits mit Vertretern anderer Religionen zusammengekommen. An dem Treffen in der ehemaligen Hauptstadt Rangun nahmen heute neben Vertretern der buddhistischen Bevölkerungsmehrheit auch Muslime, Juden und Hindus teil. In dem etwa 40-minütigen Gespräch rief Franziskus nach Angaben des Vatikans alle dazu auf, sich wie „Brüder” zu verhalten. Dies sei der einzige Weg, um Frieden zu schaffen. 

Franziskus ist der erste Papst, der Myanmar besucht. „Es besteht die große Hoffnung, dass seine Anwesenheit die Herzen aller erweicht und das Land in Richtung eines dauerhaften Friedens bringt”, sagte der einzige Kardinal des Landes, Charles Bo.  

Am ersten Tag seiner Reise hatte Franziskus am Montag den mächtigen Militärchef Min Aung Hlaing getroffen, eine Schlüsselfigur in Myanmar. Man habe über „die große Verantwortung der Behörden des Landes in dieser Zeit des Übergangs” gesprochen, teilte der Vatikan mit. Der General betonte, dass in Myanmar Religionsfreiheit herrsche und es keine Diskriminierung ethnischer Minderheiten gebe. Die Rohingya werden in dem Land allerdings keiner der ethnischen Gruppen zugeordnet. 

In Bangladesch sind nur 0,24 Prozent der Bevölkerung Katholiken. Das Land ist von Armut geplagt und macht immer wieder mit Unglücken und Ausbeutung in Textilfabriken von sich reden. Auch islamistischer Terror ist ein Thema. 

(dpa)

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