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Politik in Albanien: Parlamentswahl im Kosovo stärkt radikale Parteien

Wahlplakate in Pristina. Der jüngste Staat Europas wählt ein Jahr vor dem regulären Termin, weil die Regierung durch ein Misstrauensvotum gestürzt wurde. Foto: Visar Kryeziu Wahlplakate in Pristina. Der jüngste Staat Europas wählt ein Jahr vor dem regulären Termin, weil die Regierung durch ein Misstrauensvotum gestürzt wurde.
Pristina. 

Die vorgezogene Parlamentswahl im fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovo haben radikale Parteien für sich entschieden. Das berichtete die staatliche Wahlkommission nach Auszählung von 91 Prozent der Stimmen.

Das Bündnis von drei ehemaligen Rebellenführern im Bürgerkrieg Ende der 1990er Jahre (PDK, AAK, Nisma) erreichte danach mit 34,7 Prozent den ersten Platz. Die nationalistische Vetevendosje (Selbstbestimmung) kam mit 26,8 Prozent auf den zweiten, die LDK des bisherigen Regierungschefs Isa Mustafa mit 25,8 Prozent auf den dritten Platz.

Die Serbische Liste als Vertretung der serbischen Minderheit schaffte 5,6 Prozent. Die Wahl stieß wie vor drei Jahren auf sehr geringes Interesse. Nur 41,5 Prozent der über 1,8 Millionen Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab - ein historischer Negativrekord.

Die Regierungsbildung dürfte fast unmöglich sein. Die zweitplatzierte Vetevendosje lehnt eine Koalition mit dem Wahlsieger ab, weil sie dessen Spitzenpolitiker für tief korrupt und kriminell hält und sie hinter Gittern sehen will. Die LDK auf dem dritten Platz dürfte eine neue Regierung mit dem Dreierbündnis scheuen, weil die PDK gerade die Koalition mit der LDK gebrochen und damit die Neuwahl herbeigeführt hatte.

(dpa)
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