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Landesfest beginnt am Freitag – Erhöhte Sicherheit wegen Anschlägen in London: Polizei sieht sich für Hessentag 2017 in Rüsselsheim gerüstet

Von Die weltpolitische Sicherheitslage kann bei Großveranstaltungen in unserer Region nicht mehr außer Acht gelassen werden. Erst recht nicht beim Hessentag, zu dem vom kommenden Freitag an mehr als eine Million Menschen in Rüsselsheim erwartet werden. Die Polizei hat viele Maßnahmen geplant.
Symbolfoto Polizei Symbolfoto Polizei
Rüsselsheim. 

Seit Monaten wird von der Stadt Rüsselsheim unter Mitwirkung der Bundes- und Landespolizei, des Innenministeriums und der Feuerwehr an einem Sicherheitskonzept für den Hessentag gefeilt. Der beginnt am kommenden Freitag, erwartet werden an den zehn Veranstaltungstagen mehr als eine Million Besucher.

Nach den jüngsten Anschlägen in London und bei einem Konzert in Manchester sowie nach der Unterbrechung des Festivals „Rock am Ring“ wegen eines Terrorverdachts haben die Sicherheitsplanungen noch stärkeres Gewicht bekommen.

Info: Rüsselsheim - zehntgrößte Stadt Hessens

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Das Sicherheitskonzept ist rund 400 Seiten stark, der dazugehörige Anhang umfasst knapp 2000 Seiten. Der Öffentlichkeit ist das Konzept nicht zugänglich. Aus gutem Grund: Potenzielle Gefährder sollen keine Tipps bekommen, wie und wo sie am besten zuschlagen könnten. Grundlage für viele weitere Überlegungen ist die Zufahrtsplanung für die Rettungs- und Sicherheitskräfte.

Sperrzone Innenstadt

Im Fokus stehen die Hessentagsstraße und das Mainufer – eben jene Orte, an denen sich viele Menschen versammeln werden. „Natürlich haben wir die Ereignisse in Großbritannien im Auge“, sagt Bernd Hochstädter vom Polizeipräsidium Südhessen. „Erkenntnisse, die daraus gewonnen werden können, fließen in unsere Planungen ein. Absolute Sicherheit wird es nie geben. Aber wir sind sicher, dass unser Konzept stichhaltig ist.“ Unter dem Eindruck der Anschläge mit Lastwagen wurde die Innenstadt Rüsselsheims zur Sperrzone. Einfahren darf nur, wer eine gesonderte Berechtigung hat. An den Zufahrtsstraßen wurden Kontrollstellen eingerichtet, die rund um die Uhr von Landes- und Stadtpolizei besetzt werden. Betonsperren sollen verhindern, dass ein Lastwagen ungebremst auf die Feiermeile gelangen kann.

Damit Fahrzeuge nicht ungehindert beschleunigen können, wurden die Fahrbahnen verengt. Einsatzfahrzeuge hingegen sollen trotzdem möglichst schnell an jeden potenziellen Einsatzort gelangen.

Die Polizei gibt aus einsatztaktischen Gründen keine genauen Zahlen darüber bekannt, wie viele Beamte im Einsatz sein werden. „Wir setzen aber auf eine starke personelle Präsenz sowohl in Uniform, als auch in Zivil. Überall und zu jeder Zeit soll ein Polizist als Ansprechpartner erkennbar sein“, sagt Sprecher Hochstädter.

Direkt an der Feiermeile wird in den Räumen einer ehemaligen Gaststätte im Rathaus die Wache der Polizei eingerichtet. Polizeihunde und berittene Streifen gehören ebenfalls zum Gesamtkonzept.

Keine großen Rucksäcke

Taschenkontrollen werden hingegen eher die Ausnahme bleiben. „Wir werden Stichproben durchführen“, sagt Hochstädter. Wer kontrolliert wird – und wer nicht – sei eine Sache von Erfahrung und Fingerspitzengefühl, erklärt er und appelliert an die Besucher, keine großen Rucksäcke und nur das absolut notwendige mit auf den Hessentag zu nehmen.

Stichwort: Hessentag: Brauchtum, Musik und Stadtentwicklung

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Anders sieht die Sache bei der Hessentagsarena aus, die Platz für 32 000 Menschen bietet. Für alle Bezahlveranstaltungen wurde ein Taschen- und Rucksackverbot erlassen. Ausnahme: Taschen kleiner Din A 4.

Im Einsatz ist neben der Landes- auch die Bundespolizei. Sie sorgt für die Sicherheit am Rüsselsheimer Bahnhof. Über die S-Bahn-Linie S8 und S9 werden viele Besucher erwartet, entsprechend ist der Bahnhof einer der neuralgischen Punkte auch in der Sicherheitsplanung. „Unsere Wache wird direkt neben dem Bahnhof sein“, erläutert Ralf Ströher, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Frankfurt. Bundes- und Landespolizei arbeiteten Hand in Hand, um die Besucherströme zu lenken. Vorsorgliche Kontrollen in den Bahnen gehören laut Ströher im Normalfall nicht zum Konzept.

Die Arbeit an der Sicherheitskonzeption wird während des Landesfestes fortgeführt. Bei abendlichen Lagebesprechungen werden Änderungen eingepflegt. „Wir werden auf neue Entwicklungen reagieren und unsere Schlüsse daraus ziehen, wie es am Tag gelaufen ist“, sagt Polizeisprecher Bernd Hochstädter. Ziel sei es auch, ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.

„Die Leute sollen nicht mit einem schlechten Gefühl auf den Hessentag kommen. Sie sollen sich amüsieren können.“

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