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Härte gegen Hooligans: Polizeigewerkschaft fordert rigoroses Vorgehen der Vereine

Von Die Fußballvereine sollten gegen Gewalttäter in den eigenen Reihen härter durchgreifen, fordert die Gewerkschaft der Polizei. So sollte es mehr Stadionverbote gegen die Täter geben. Hooligans nutzen laut einem Experten den Fußball, um ihre „Gewalt ausleben zu können“.
Symbolbild Symbolbild
Frankfurt. 

Für Andreas Grün liegt der Ball bei den Vereinen. Der hessische Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei will, dass die Bundesligavereine mehr ihren Verpflichtungen nachkommen und endlich „rigoroser gegen gewalttätige Hooligans durchgreifen“.

Eine solche rabiate Auseinandersetzung zwischen verfeindeten Hooligan-Gruppen fand am Sonntagabend am S-Bahnhof im Frankfurter Stadtteil Niederrad statt. Bei einer Auseinandersetzung zwischen „Fans“ des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt und des Drittligisten Hansa Rostock trugen nach Angaben der Polizei mindestens zehn Menschen Verletzungen davon. Der Bahnhof war am Sonntagabend für gut drei Stunden gesperrt. Wie Anke Staubitz, Sprecherin der Bundespolizei, berichtete, erwarteten Hooligans aus Frankfurt den Zug mit den Rostockern. Diese kamen von einem Drittliga-Spiel in Mainz. Die beiden Gruppen hätten sich zu der Schlägerei verabredet, erklärte Staubitz. Dabei soll es sich um einen „Rückkampf“ gehandelt haben.

Bereits am 6. Februar vergangenen Jahres hatten sich die beiden traditionell verfeindeten Fanlager eine Schlägerei am Bahnhof in Niederrad geliefert. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr seien diesmal „sehr viele Personen“ an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen. Nach Schätzungen waren es jeweils 60 Schläger in beiden Lagern. Auf dem Bahnsteig waren gestern noch Blutspuren zu sehen. Die Polizei fand verstärkte Handschuhe.

Die Polizei überprüfte die Personalien von 92 Rostock-Anhängern. Sie ermittelt wegen Nötigung, Landfriedensbruch und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Die Frankfurter Schläger waren nicht mehr anwesend, als die Beamten eintrafen.

Für den Polizeigewerkschaftschef Grün stellt sich nach solchen Hooligan-Prügeleien die Frage, wer für solche Taten im öffentlichen Raum verantwortlich gemacht werden kann. Die Vereine könnten nach seiner Ansicht nicht zur Verantwortung gezogen werden. Trotzdem: Um ein Zeichen zu setzen, sollten die Clubs viel häufiger Stadionverbote gegen gewalttätige Fans aussprechen, fordert Grün.

Mehr Gewalt

Nach seiner Einschätzung gehen die Auseinandersetzungen zwischen Hooligan-Gruppen nur selten glimpflich ab. Personenschäden würden dabei offenbar billigend in Kauf genommen. Generell hat der Gewerkschaftschef in den vergangenen zehn Jahren eine Zunahme von Gewalttätigkeiten rund um den Fußball festgestellt.

Der Sportsoziologe Professor Gunter Pilz sagt zu Schlägereien unter Hooligans, durch Sicherheitsvorkehrungen der Polizei fänden diese häufig nicht mehr am Stadion statt. Pilz sagte: „Die Gruppen – Menschen aus allen Schichten – treffen sich weit abseits von den Veranstaltungen im Wald oder auf Wiesen und leben dort ihre Gewaltvorstellungen aus. Sie sind am Fußball gar nicht interessiert, sie nutzen den Fußball einfach als Anlass um ihre Gewalt ausleben zu können.“

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) weiß um die Probleme. Sprecher Ronny Zimmermann sagte, der DFB und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) unterstützten aktuell mehr als 60 Fanprojekte in Deutschland. Die Finanzierung dieser Projekte werde zweigeteilt: 50 Prozent des Fanprojektbudgets müssten vom jeweiligen Bundesland oder der Kommune getragen werden, 50 Prozent gäben DFB und DFL.

Nur Vermutungen?

Unterdessen sehen die Verantwortlichen bei der Frankfurter Eintracht noch keine Veranlassung, über bestimmte Fans den Stab zu brechen. Wie Sprecher Carsten Knoop erklärte, hat der Verein Erkenntnisse, dass die Ermittlungen der Polizei „auf Vermutungen“ beruhten und noch keine Ergebnisse vorlägen.

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