E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 28°C

Flüchtlinge: Protestaktion von „Afghan Refugees Movement“ am Frankfurter Flughafen

Erneut ist ein Abschiebeflug von Frankfurt gestartet – etwa 70 Demonstranten fordern das Ende der Abschiebungen nach Afghanistan.
Mit Transparenten machen die Demonstranten am Frankfurter Flughafen auf das Schicksal der Flüchtlinge aufmerksam. Mit Transparenten machen die Demonstranten am Frankfurter Flughafen auf das Schicksal der Flüchtlinge aufmerksam.
Frankfurt. 

Unter dem Protest von knapp 70 Demonstranten startete gestern Abend zum 13. Mal ein Abschiebeflug vom Frankfurter Flughafen nach Afghanistan. „Stoppt die Abschiebung!“, forderten die Aktivisten während eines Protestzuges über den Airport, „Bleiberecht ist Menschenrecht!“ Die Teilnehmer der vom „Afghan Refugee Movement“ organisierten Kundgebung forderten ein Ende der Abschiebungen von Afghanen. „Das Geld, das eine Abschiebung kostet, wäre besser in Deutschkurse oder anderen Integrationsmaßnahmen angelegt“, sagte Ramin Mohabat, der Organisator der Demonstration. Die Abschiebungen würden die Integration der in Deutschland lebenden Afghanen erschweren: „Wenn man sich nicht sicher ist, ob man hierbleiben kann, senkt das natürlich die Motivation, sich hier einzuleben“, erklärte Mohabat.

Abschiebungen nach Afghanistan sind wegen der unsicheren Lage in dem Land generell umstritten. Nach wie vor terrorisieren die extremistischen Taliban die Bevölkerung mit Terroranschlägen und Entführungen. Die Bundesregierung betont deshalb oft, man schiebe lediglich Straftäter und islamistische Gefährder ab. Aktivisten und Menschenrechtler kritisieren dieses Vorgehen: „Wenn man Kriminelle nach Afghanistan abschiebt, hilft das sicher nicht, die Lage dort zu verbessern und für Frieden zu sorgen“, so Ramin Mohabat. Vielmehr sollten Straftäter ihre Strafen in deutschen Gefängnissen verbüßen.

Bei der Durchführung von Abschiebungen haben die einzelnen Länder Handlungsspielraum. So muss ein vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abgelehnter Asylbewerber nicht zwingend in sein Herkunftsland abgeschoben werden, wenn die dortige Sicherheitslage zu prekär erscheint. Schleswig-Holstein etwa hat Abschiebungen nach Afghanistan vorerst ausgesetzt. In Hessen dagegen hält die schwarz-grüne Landesregierung an der umstrittenen Praxis fest. Immer wieder kommt es daher wie gestern in Frankfurt zu Kundgebungen gegen Abschiebungen nach Afghanistan. Die letzte Demonstration fand im Dezember statt: 560 Aktivisten protestierten am Frankfurter Flughafen gegen die Rückführung von etwa 70 Afghanen.

Zur Startseite Mehr aus Politik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen