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Protestanten feiern Reformation - Schneider fordert Mitmenschlichkeit

Millionen Protestanten feiern den Reformationstag. Der Ratschef der Evangelischen Kirche, Schneider, ruft im zentralen Gottesdienst zu Mitmenschlichkeit auf. Innenminister Friedrich wirbt für Toleranz.
leipzig. 

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, hat am Reformationstag zu mehr Mitmenschlichkeit aufgerufen. Beim zentralen Festgottesdienst in der Leipziger Thomaskirche sagte er am Mittwoch, Christen sollten für Freiheit und Gerechtigkeit eintreten und sich ihrer Weltverantwortung nicht durch Jenseits-Träumereien entziehen. Millionen Protestanten feierten in Deutschland den Reformationstag.

Der Präses sagte zur Debatte über die Beschneidung als religiöses Ritual, Kirchen sollten sich davor hüten, jüdische und muslimische Gläubige zu belehren. "Darüber hinaus treten wir entschieden an ihre Seite, wenn durch Rechtsentscheidungen jüdisches und muslimisches Gemeindeleben unmöglich zu werden droht."

In der Lutherstadt Wittenberg feierten mehr als 30 000 evangelische Christen und Besucher mit Gottesdiensten und Konzerten die Reformation. In Thüringen, das als Stammland der Reformation gilt, waren es Tausende Christen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) rief zu mehr Toleranz auf. "Nur wer den Fremden kennenlernen und verstehen will, nur wer sich ihm voller Empathie zuwendet, sich um ihn bemüht, handelt wirklich tolerant", sagte er bei einem Gottesdienst in Worms laut Redetext. Die Zwangsheirat dürfe aber ebensowenig geduldet werden wie die Genitalverstümmelung von Mädchen oder das Verhindern medizinischer Hilfe für Angehörige.

Die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann warb in Worms für aufrichtige Toleranz. "Toleranz bedeutet Interesse am anderen, am Gegenüber, etwa an der anderen Religion oder auch am Nicht-Glauben", sagte sie laut Redetext in einer Predigt. Die EKD eröffnete mit dem Gottesdienst ihr Themenjahr unter dem Titel "Reformation und Toleranz".

Käßmann ist Botschafterin für das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017. Mit der katholischen Kirche werde nach einer Form der gemeinsamen Würdigung der Reformation gesucht, sagte Käßmann der dpa. "Dann können wir auch feiern, dass wir nicht bei der Spaltung stehengeblieben sind und uns mehr verbindet, als uns trennt."

Martin Luther (1483-1546) hatte am 31. Oktober 1517 in Wittenberg 95 Thesen gegen Missstände in der Kirche und den Ablasshandel veröffentlicht. Damit leitete er die Reformation der abendländischen Kirche und die Trennung in Protestanten und Katholiken ein.

(dpa)
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