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Diplomatische Vertretungen: Russland muss Konsulat in San Francisco schließen

Der Konter ließ nicht lange auf sich warten: Nachdem Moskau US-Diplomaten nach Hause geschickt hatte, muss jetzt das russische Konsulat in San Francisco schließen. Besonnene Diplomaten mahnen beide Seiten zur Zurückhaltung.
Das russische Konsulat in San Francisco. Das ohnehin schwierige Verhältnis zwischen den USA und Russland wird durch einen Streit über die diplomatischen Vertretungen weiter belastet. Foto: Eric Risberg Das russische Konsulat in San Francisco. Das ohnehin schwierige Verhältnis zwischen den USA und Russland wird durch einen Streit über die diplomatischen Vertretungen weiter belastet.
Washington/Moskau. 

Das ohnehin schwer belastete Verhältnis zwischen den USA und Russland wird durch einen Streit über diplomatische Vertretungen im jeweils anderen Land schwer belastet.

Die USA forderten am Donnerstag Russland auf, sein Konsulat in San Francisco zu schließen. Ferner müssten zwei diplomatische Abteilungen in New York und Washington geschlossen werden, wo unter anderem die Handels-Missionen untergebracht sind.

Washington reagierte damit auf die Reduzierung des eigenen Personals in Vertretungen in Russland. Moskau hatte die Regierung von Präsident Donald Trump nach US-Angaben aufgefordert, das Personal auf 455 Kräfte zu reduzieren. Moskau hatte von einer Reduzierung um 755 Mitarbeiter gesprochen, dies aber nur als „Vorschlag” bezeichnet. Auslöser waren neue Sanktionen der USA wegen der Annektierung der Krim und der Verstrickung Moskaus in den bewaffneten Konflikt in der Ukraine sowie die Vorwürfe der Einmischung in den US-Wahlkampf 2016.

„Jetzt müssen wir in Ruhe Ordnung schaffen, müssen ganz ruhig und professionell handeln”, sagte der neue russische Botschafter in Washington, Anatoli Antonow, am Donnerstag bei seiner Ankunft in Washington. Antonow ersetzt Botschafter Sergej Kisljak, der wegen seiner Kontakte zu Mitgliedern des Trump-Wahlkampfteams in die Schlagzeilen geraten war. „Um mit Lenins Worten zu sprechen: Wir brauchen keine hysterischen Anfälle”, sagte Antonow nach Angaben der Agentur Tass.

Die USA hätten auf das vollständige Herstellen diplomatischer Parität verzichtet, teilte eine Sprecherin des Außenministeriums mit. Die Abwärtsspirale bei den gegenseitigen Beziehungen solle gestoppt werden. Die USA wollten weiter daran arbeiten, nach Gebieten mit gemeinsamen Interessen zu suchen, um die Beziehungen wieder zu verbessern. „Wir hoffen, dass in Russland bemerkt wird, dass nicht wir es waren, die die Diskussion um Parität begonnen haben”, hieß es aus dem Ministerium.

Jeder der beiden Nationen blieben damit drei Konsulate im jeweils anderem Land. Zum Vergleich: Im relativ kleinen Deutschland unterhalten die USA und Russland neben ihrer jeweiligen Botschaft in Berlin fünf Generalkonsulate, hinzu kommen Honorarkonsuln.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow bedauerte die neuerliche Eskalation. Russland habe damit nicht angefangen, betonte der Chefdiplomat nach einer Mitteilung seines Ministeriums in einem Telefonat mit seinem US-Kollegen Rex Tillerson. Moskau werde die US-Maßnahmen prüfen und über eine Reaktion entscheiden. Tillerson habe Lawrow angerufen, um ihn vorab zu informieren, dass Washington eine Schließung des russischen Konsulats in San Francisco verlange, hieß es in der Mitteilung.

Der russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow forderte eine gleichwertige Antwort aus Moskau. „Im "Austausch diplomatischer Höflichkeiten" mit den USA muss Russland weiterhin absolute Symmetrie anstreben”, schrieb der Senator bei Facebook. Wenn die russischen Mitarbeiter in San Francisco nach Hause gehen müssen, solle Moskau dieselbe Anzahl Mitarbeiter von US-Vertretungen in Russland nach Hause schicken. Die russische Antwort könne aber auch asymmetrisch sein, warnte er.

(dpa)
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