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Schreibfehler haben Terroralarm bei „Rock am Ring” ausgelöst

Kleine Ursache, große Wirkung: Tippfehler und anschließende Ermittlungen haben zur Räumung eines Musikspektakels mit 87 000 Besuchern geführt. Die Innenminister fassen daher einen neuen Beschluss für Großveranstaltungen.
Festivalveranstalter Marek Lieberberg verkündet das Zwischenzeitliche Aus des Musikfestivals Rock am Ring. Die Polizei hat inzwischen Entwarnung gegeben. Die Veranstaltung wird fortgesetzt. Foto: Thomas Frey Festivalveranstalter Marek Lieberberg verkündet das Zwischenzeitliche Aus des Musikfestivals Rock am Ring. Die Polizei hat inzwischen Entwarnung gegeben. Die Veranstaltung wird fortgesetzt. Foto: Thomas Frey
Mainz. 

Der Terroralarm beim Musikfestival „Rock am Ring” ist durch Schreibfehler bei den Namen zweier Aufbauhelfer und mutmaßliche Bezüge zur islamistischen Szene ausgelöst worden.

Der Präsident des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamts, Johannes Kunz, sagte der Mainzer „Allgemeinen Zeitung”: „Die Namen der Verdächtigen waren falsch geschrieben, wiesen aber eine phonetische (klangliche) Ähnlichkeit mit den realen Schreibweisen auf.”

Die beiden aus Syrien stammenden Aufbauhelfer waren vor Beginn von „Rock am Ring” in eine Polizeikontrolle geraten. Die Namen ihrer Pässe stimmten nicht mit ihren Namen auf der Liste des Veranstalters überein. Das Landeskriminalamt teilte mit: „Erst bei der Überprüfung der realen Personalien wurde ein islamistischer Bezug festgestellt, welcher zur Evakuierung des Festival-Geländes führte.” Erst das sei der eigentliche Auslöser für die Unterbrechung des Musikspektakels Anfang Juni in der Eifel bis zum Folgetag gewesen. Währenddessen fand die Polizei nichts Verdächtiges an der Rennstrecke Nürburgring. Die Ermittlungsverfahren gegen beide Aufbauhelfer dauern an.

Unterdessen beschloss die Innenministerkonferenz (IMK) eine Prüfung der Anmeldung von Helfern bei Großveranstaltungen. Dieses Verfahren solle von Experten der Innenressorts in Bund und Ländern unter die Lupe genommen werden, teilte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) zum Abschluss der IMK am Mittwoch in Dresden mit. „Ziel muss sein, dass jede Zugangsberechtigung etwa für Aufbauhelfer für das Veranstaltungsgelände zukünftig mit einem Lichtbild versehen wird, so dass eine eindeutige Identifizierung der Personen möglich ist”, sagte er.

(Von Jens Albes, dpa)
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