E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 25°C

Haikel S.: Sicherheitskreise: Abschiebung von Terrorverdächtigem läuft

Über Monate beschäftigt die Abschiebung des Terrorverdächtigen Haikel S. die Gerichte. Auch die Kooperationsbereitschaft aus seinem Heimatland Tunesien ließ auf sich warten. Nun läuft die Abschiebung des als Gefährder eingestuften Mannes.
Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei Frankfurt sichern einen Gerichtstermin des Terrorverdächtigen Haikel S. am Gericht in Frankfurt am Main. Foto: Boris Roessler (dpa) Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei Frankfurt sichern einen Gerichtstermin des Terrorverdächtigen Haikel S. am Gericht in Frankfurt am Main.
Frankfurt. 

Die Abschiebung des terrorverdächtigen Tunesiers Haikel S. aus Hessen läuft. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen soll der als Gefährder eingestufte Mann am Mittwochmorgen von Frankfurt aus in sein Heimatland abgeschoben werden. Zuletzt hatte der Mann in Hessen in Abschiebehaft gesessen. Nach «Bild»-Informationen sollte der Tunesier in einer gecharterten Maschine um 8 Uhr nach Tunis gebracht werden und am späten Vormittag dort ankommen. Mehrere Bundespolizisten seien an Bord, um den Mann zu bewachen.

Haikel S. hatte sich monatelang juristisch gegen die Abschiebung gewehrt und war dafür bis vor das Bundesverfassungsgericht gegangen. Die Karlsruher Richter lehnten seine Beschwerde allerdings ab mit der Begründung, ihm drohe in seinem Heimatland nicht die Todesstrafe. Auch in Straßburg scheiterte der Gefährder mit seinem Eilantrag vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, doch noch einen Abschiebestopp zu erwirken.

«Es waren politische Entscheidungen und keine rechtsstaatlichen», sagte die Anwältin von Haikel S. über die Karlsruher Richter. «Selbst wenn (von tunesischer Seite) zugesichert wird, dass die Todesstrafe nicht verhängt wird, ist das keine Garantie. Das kann sich schnell ändern, wenn sich die politische Situation in dem Land ändert.» Die Anwältin hatte am Mittwochmorgen keinen Kontakt mehr zu Haikel S. «Er darf mich nicht anrufen. Das wurde ihm bei den Abschiebeversuchen der letzten Male auch verboten», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Bereits im Juli 2017 war eine geplante Abschiebung nach einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht Frankfurt in letzter Minute gestoppt worden. Haikel S. saß zu diesem Zeitpunkt bereits im startbereiten Flugzeug.

Die Ermittlungsbehörden werfen dem Tunesier vor, für die Terrormiliz IS einen Anschlag in Deutschland vorbereitet zu haben. Der Tunesier, der im Februar 2017 bei einer Anti-Terror-Razzia festgenommen worden war, steht auch in seinem Heimatland unter Terrorverdacht. Er soll unter anderem dem Anschlag auf das Bardo-Museum in Tunis mit mehreren Toten im März 2015 beteiligt gewesen sein.

(dpa)

Zur Startseite Mehr aus Politik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen