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Investition: So will das Land Hessen Brachland zu Bauland machen

Von Das Land Hessen und die Wohnungsgesellschaft Nassauische Heimstätte helfen Kommunen dabei, brachliegende Flächen für den Wohnungsbau zu erschließen und auch zu vermarkten. Mehr als 6000 zusätzliche Wohnungen – meist innerhalb der Stadtfläche – sind schon konkret geplant.
Schild mit der Aufschrift „Bauland zu verkaufen” steht auf einem Acker. Foto: Patrick Pleul/Archiv Schild mit der Aufschrift „Bauland zu verkaufen” steht auf einem Acker.
Wiesbaden. 

Vor allem im Rhein-Main-Gebiet und Südhessen herrscht ein akuter Mangel an Wohnraum, erst recht an bezahlbarem. An Geld für den Bau neuer Wohnungen mangelt es weniger. Das Land Hessen hat bis zum Jahr 2020 allein für den sozialen Wohnungsbau 1,7 Milliarden bereitgestellt, und auch bei vielen Kommunen haben Ausgaben für neuen Wohnraum hohe Priorität. Was aber oft fehlt, sind geeignete Grundstücke dafür.

Unter dem Namen Bauland-Offensive GmbH haben die Landesregierung und die Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte vor einem Jahr gemeinsam eine neue Gesellschaft gegründet, die hier in Zusammenarbeit mit den Städten Abhilfe schaffen soll. Erste Erfolge hat sie bereits erzielt, wie aus der gestern in Wiesbaden präsentierten Zwischenbilanz hervorgeht.

Bei dem Projekt geht es nicht um die ganz großen Neubaugebiete wie etwa das umstrittene an der Autobahn 5 im Nordwesten Frankfurts, sondern eher um brachliegende Flächen in überschaubarer Größe meist innerhalb der Ortschaften kleinerer Kommunen, zum Teil aber auch in Großstädten wie etwa Kassel.

Die Vorhaben

Mit vier bereits baureifen Grundstücken und 14 weiteren Vorhaben, die noch im Werden sind, hat die neue Gesellschaft derzeit 6250 zusätzliche Wohnungen im Visier, wie die auch für den Wohnungsbau zuständige Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) erläuterte. Ohne die Hilfe dieser Tochtergesellschaft der Nassauischen Heimstätte wären die Vorhaben für die Kommunen selbst kaum zu stemmen, berichteten gestern der Kasseler Baudezernent Christof Nolda (Grüne) und der Bürgermeister von Heusenstamm, Halil Öztas (SPD).

In beiden Städten hat die Bauland-Offensive Areale ausgeguckt, auf denen in den nächsten drei bis vier Jahren Wohnungen gebaut werden sollen. Gerade für die Entwicklung geeigneter Flächen fehle in den Kommunen meist das Know-how, aber auch Personal und Geld. In Kassel geht es um das knapp fünf Hektar große Gelände einer ehemaligen Bundeswehrkaserne, in Heusenstamm um zwei seit Jahren brachliegende Gewerbeflächen in privater Hand.

Die Bauland-Offensive erstellt in diesen Fällen eine Machbarkeitsstudie, aus der hervorgeht, wie viele Wohnungen unter welchen Voraussetzungen jeweils entstehen können. Allein das wäre den Kommunen schon kaum möglich, wenn ihnen die Grundstücke gar nicht gehörten. Aber auch, was an Infrastruktur wie Kita, Schulvergrößerung, Kläranlage und so weiter noch nötig werden sollte, wird untersucht. Und vor allem: Es wird auch der Immobilienmarkt einbezogen, der Ankauf der Flächen und ihr späterer Weiterverkauf an Investoren übernommen sowie den Kommunen bei der Schaffung des nötigen Baurechts geholfen.

Monika Fontaine-Kretschmer, Geschäftsführerin der Nassauischen Heimstätte, berichtet von insgesamt 44 Anfragen hessischer Kommunen seit Schaffung des Angebots. Manche scheitern allerdings daran, dass die avisierte Fläche für ein derartiges Konzept zur Wohnbauentwicklung unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit zu klein ist. Sehr konkrete Pläne gibt es aber schon für die Jägerkaserne in Kassel, das Brückenbauhofgelände und das ehemalige Fernmeldezeugamt in Heusenstamm sowie auch das Waldfriedengelände in Schlangenbad.

Erstes Projekt

Die meisten Anfragen kommen aus Südhessen, etwa aus Hofheim, Taunusstein, Viernheim und Bürstadt. Aber auch in den mittelhessischen Universitätsstädten Gießen und Marburg und eben Kassel gibt es Interesse.

In Heusenstamm, das als erste hessische Kommune auf die angebotene Bauland-Unterstützung zurückgriff, werden auf den umgewidmeten Gewerbeflächen insgesamt 400 Wohnungen entstehen. Was Bürgermeister Öztas besonders wichtig ist: Mit finanzieller Unterstützung sollen 30 Prozent davon mit acht Euro pro Quadratmeter auch günstige Mietkonditionen haben.

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