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Steinmeier in Seoul: Deutsche Wiedervereinigung Vorbild

Vor dem Start der Winterspiele in Südkorea wachsen die Hoffnungen auf Entspannung mit dem Nachbarn im Norden. Für Südkoreas Staatschef ist die deutsche Wiedervereinigung Vorbild. Der Bundespräsident hat ein Porträt Willy Brandts mitgebracht. Und er warnt vor Illusionen.
Bundespräsident Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender ehren auf dem Nationalfriedhof die Gefallenden Koreas mit einem Kranz. Foto: Maurizio Gambarini Bundespräsident Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender ehren auf dem Nationalfriedhof die Gefallenden Koreas mit einem Kranz.
Seoul. 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der südkoreanische Staatschef Moon Jae In haben kurz vor den Olympischen Winterspielen die Hoffnung auf einen Dialog mit Nordkorea unterstrichen.

Steinmeier sagte bei einem Treffen mit Moon an diesem Donnerstag in Seoul, Nordkoreas Teilnahme an den Spielen in Pyeongchang sei „mindestens ein kleines Zeichen, das dem Geist der Olympischen Idee entspricht”. 

Am Freitag nimmt Steinmeier zusammen mit anderen Staats- und Regierungschefs an der Eröffnung der Winterspiele in Südkorea teil. Nordkorea wird dort mit 22 Sportlern dabei sein, darunter zwölf Eishockeyspielerinnen für eine gemeinsame Mannschaft mit Südkorea. Machthaber Kim Jong Un hat zudem angekündigt, seine jüngere Schwester Kim Yo Jong nach Pyeongchang zu schicken. Beides wird als Zeichen der Annäherung zwischen den verfeindeten Staaten gewertet.

Steinmeier warnte aber vor Illusionen. Es sei zu hoffen, das der Wille zur Entspannung nicht sofort nach den Olympischen Spielen wieder zu Ende sei. Deutschland stehe an der Seite Südkoreas, wenn es darum gehe, größtmöglichen politischen und wirtschaftlichen Druck auf Nordkorea zu entfalten. In dieser Frage müsse die Weltgemeinschaft zusammenstehen.  

Moon sagte, mit der Teilnahme Nordkoreas sei die Hoffnung verbunden, dass diese Spiele „nicht nur Sportspiele werden, sondern eine Olympiade des Friedens”. Weil Deutschland in der Vergangenheit Teilung und Wiedervereinigung erlebt habe, sei Steinmeiers Teilnahme an der Eröffnungsfeier in Pyeongchang „sehr bedeutungsvoll”.

Die Ostpolitik in den 1970er Jahren sei der Grundstein für die Versöhnung im geteilten Deutschland gewesen, was für Korea eine „große Lehre” sei, sagte Moon. Er erinnerte auch daran, dass er im Juli 2017 in Berlin in einer Rede neue Gespräche zwischen Nord- und Südkorea gefordert habe. „Dieser Wunsch hat jetzt vielleicht Früchte getragen.” Die deutsche Wiedervereinigung sei ein „großes Vorbild” für Südkorea.  

Steinmeier schenkte Moon ein Porträt des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt, das der Künstler und Schauspieler Armin Mueller-Stahl geschaffen hat. Brandt habe „mit seiner mutigen Ostpolitik den Weg zur deutschen Wiedervereinigung gebahnt”, sagte er. „Bei jedem Besuch in Korea werden wir Deutsche daran erinnert, welches Glück uns mit der Wiedervereinigung zuteil wurde.”

Auch in einem Zeitungsinterview rief Steinmeier zum Dialog zwischen Nord- und Südkorea auch über die Spiele hinaus auf. Aber nur durch die strikte Umsetzung der verhängten Sanktionen könne Nordkorea zu ernsthaften Verhandlungen über sein Atomprogramm bewegt werden. „Nordkorea muss verstehen, dass es zuallererst seine Raketentests beenden muss”, sagte er der Zeitung „Chosun Ilbo”.

(dpa)
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